Bebauungsplan „Hinter dem Schlädchen“ beschlossen

Ausgleich mit Wegweisern für Tiere

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Die Bebauung "Hinter dem Schlädchen" ist beschlossene Sache.

Groß-Zimmern - Nachdem über die Stellungnahmen zum Bebauungsplan „Hinter dem Schlädchen“ abgestimmt worden war, hat die Gemeindevertretung am Dienstag die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans beschlossen. Von Gudrun Fritsch 

Zuvor hatten insbesondere die Mitglieder im Planungsausschuss über die Themen diskutiert und den Abstimmungsmarathon vorbereitet.

Dabei ging es unter anderem um die Anregung der Verkehrsbehörde Hessen Mobil, Abschnitte der Darmstädter Straße mit in den Geltungsbereich aufzunehmen. Demnach wird es Zufahrten an der L3115, an zwei Stellenzur Ziegelei und an der Darmstädter Straße hinter der Bushaltestelle geben.

Bei der Bauplanung wurde festgesetzt, dass die Häuser mit zwei- und im Randbereich zur Darmstädter Straße hin mit drei Vollgeschossen eine maximale Höhe von 15 oder bei zwei Geschossen elf Metern haben dürfen. Ein entsprechender Bezugspunkt hierfür sei bereits vom Büro Reitzel im B-Plan festgelegt.

Schutzwall nicht zumutbar

Da ein neun Meter hoher Schallschutz-Wall nicht zumutbar wäre, sollen die Gebäude in der ersten und teilweise auch in der zweiten Reihe entsprechend dämmen. Weniger als ein Hektar der Gesamtfläche (4,4 Hektar) besteht aus Straßen und Wegen, 3,3 Hektar sind reines Bauland. Ein kleiner Spielplatz (0,2 Hektar) ist übergreifend zur alten Ziegelei hin ausgewiesen.

Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) hat landschaftsplanerische Ausgleichsmaßnahmen für die geschützten Streuobstbestände gefordert. Auf vier Flächen an der Gersprenz müssen auf 12.790 Quadratmetern Obstwiesen angelegt werden. Diese Bilanzierung ist innerhalb eines Jahres nach dem Eingriff durchzuführen, weitere externe Ausgleichsmaßnahmen sind vollständig umzusetzen. Außerdem wurden zwei Flächen im Gemeindewald als Maßnahmen auf dem Öko-Konto verbucht.

Ausgleichsfläche für Tiere

Von den 45 registrierten Vogelarten sind 24 mit Fortpflanzung vor Ort nachgewiesenen sowie zwei Fledermausarten, einige Tagfalter und Heuschrecken. Festgelegt wurde, dass für Ausgleichsmaßnahmen außerhalb des Plangebietes ein Vertrag zwischen UNB und Gemeinde bei Satzungsbeschluss vorliegen soll. Erich Keller von den Grünen kritisierte im Ausschuss: „Bei einem so massiven Eingriff wird man wohl Wegweiser für die Tiere aufhängen müssen, damit sie wissen wohin.“ Er verstehe nicht, warum die Ausgleichfäche in der Gersprenzaue liegen müsste und fragte zudem : „Wer zahlt das alles?“ Die Kosten trägt die Gemeinde als Vorhabenträger, lautete die Antwort. Hinsichtlich der Maßnahmen zum Artenschutz gebe der Gutachter den Wirkungsraum vor, in der Regel dort, wo sich betroffene Arten bewegen, Wegweiser seien also überflüssig. Keller kritisierte weiter, dass die Planung der Kanalisation noch nicht vorliege. Das Büro Reitzel schlage ein Trennsystem vor, erklärten die Planer. Niederschlagswasser soll in einer Grundstückseigenen Rückhaltezysterne gesammelt und dann ins Naturschutzgebiet eingeleitet werden. Eine Pumpstation sei nicht erforderlich. Im Ausschuss sprachen sich alle außer Keller für die Pläne aus. Ähnlich war das Ergebnis im Parlament. Bei drei Gegenstimmen wurde die Offenlegung mehrheitlich befürwortet.

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