Berufsmesse der Albert-Schweitzer Schule

„Plant eure Zukunft!“

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Wo geht’s hier zu einem passenden Ausbildungsberuf? Die Litfasssäule gab Auskunft. 

Groß-Zimmern - Wenn 500 Schüler und 20 Lehrer abends das Schulgebäude bevölkern, ist Unterricht der besonderen Art angesagt: Die Albert-Schweitzer-Schule hatte am Donnerstag zu ihrer Berufsmesse 2018 eingeladen, 27 potenzielle Arbeitgeber nformierten über Ausbildungsberufe und Studienmöglichkeiten. Von Sabine Müller 

Neu in diesem Jahr war eine Praktikumsbörse. „Die Jobbörse entwickelt sich immer weiter“, sagt Fachleiterin Ingeborg Klages. Seit mehreren Jahren stellt die Groß-Zimmerner Albert-Schweitzer-Schule (ASS) auf diese Weise den direkten Kontakt zwischen ihren Schülern und Betrieben sowie Institutionen aus Wirtschaft, Verwaltung, Handel und Handwerk her. „Plant eure Zukunft!“, forderte die Leiterin der Haupt- und Realschulzweiges der Gesamtschule in ihrer Begrüßungsrede auf. „Und nutzt die Möglichkeiten, heute vor Ort persönliche Fragen zu stellen.“

Dafür stehen an den Info-Ständen die Vertreter von diesmal 27 Unternehmen aus dem Großraum Darmstadt-Dieburg Rede und Antwort, halten Broschüren und Kontaktdaten bereit. Die Bandbreite reicht von der dm-Drogerie über die Entega und das Polizeipräsidium Südhessen bis zur Sparkasse Dieburg und Steinbeck Baudekoration. Parallel dazu laufen im 30-Minuten-Takt Jobinterviews, bei denen die Betriebe ihre Ausbildungsmöglichkeiten detailliert vorstellen; hierfür mussten sich die Jahrgangsstufen 8 bis 10 vorab verbindlich einwählen.

Über „volles Haus“ kann sich Nicolas Olejar freuen, der den Darmstädter Chemie- und Pharmariesen Merck repräsentiert. An die 25 Teilnehmer haben sich im Biologiesaal versammelt, wo der Vertreter des Ausbildungsmarketing Daten und Fakten des global aufgestellten Unternehmens nennt. „Merck gibt es in 66 Ländern, davon könnt ihr bei eurer Ausbildung profitieren“, sagt Olejar, weist aber auch darauf hin, dass jährlich bis zu 7000 Bewerbungen eingehen und nur 200 Azubis eingestellt werden.

Zurzeit gibt es 24 Ausbildungsgänge, wobei neben Chemikanten etwa auch Köche für die Kantine benötigt werden. Die firmeninterne Verpflegung gehört zu den Benefits des Konzerns, ebenso wie Betriebssport, Kita und Wohnungsvermittlung. „Was euch besonders interessieren dürfte: Das Einstiegsgehalt liegt generell bei 905 Euro brutto“, informiert Olejar, „die Online-Bewerberportale für 2019 öffnen im April, Mai.“ Zum Schluss ermuntert er auch jene sich zu bewerben, die im Zeugnis bei Chemie nur auf eine Drei oder Vier gekommen sind. „Die Firma schaut nicht nur auf die Noten.“

Voraussetzungen wie diese dürften auch vielen Eltern neu sein. Für sie hat die Berufsmesse der Gesamtschule in diesem Jahr zum ersten Mal eine Infoveranstaltung organisiert zum Thema „Ausbildung lohnt sich! – Praktische Einstiege in die Arbeitswelt“. Experten von IHK, Handwerkskammer und Arbeitsagentur referieren über die Möglichkeiten des Berufseinstiegs und heben dabei hervor: Der Nachwuchs sollte bei der Berufswahl „nicht den Weg des geringsten Widerstands nehmen“. Die Eltern könnten unterstützen, indem sie das Kind mit seinen Fähigkeiten spiegeln. Vor allem auf die duale Ausbildung wird abgehoben: „Karriere lässt sich auch ohne Studium machen.“ Wer dennoch an die Hochschule wolle, habe durch die praktischen Erfahrungen eine gute Basis. „Statt Work & Travel in Australien oder ein Freiwilliges Soziales Jahr nach dem Abitur, kann man auch mit einer Berufsausbildung den Horizont erweitern.“

Vier Schülerinnen der Gymnasialklasse sind sich nach ihrem Berufspraktikum im Vorjahr sicher, dass sie noch weiter zur Schule gehen wollen. Im ersten Stock bietet die ASS in diesem Jahr erstmals die „Praktikumsbörse“ an, bei der die Schüler der G10 mit Hilfe eines Plakats über ihren Ausflug in die Berufswelt berichten. Elin, Celine, Lara und Elisabeth konnten im März 2017 zwei Wochen lang in Buchhandlungen sowie in der Stadtbücherei in Groß-Zimmern und Dieburg „schnuppern“. Als positiv bewerten sie Kundenkontakt und eigenständiges Arbeiten – „ich durfte ein Buch selbst bestellen“ – sowie neue Erkenntnisse, etwa über die Mehrwertsteuer. Dennoch seien diese Berufsbilder auf Dauer zu „monoton“, bilanzieren die Mädchen.

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