Finanzierung des Kerbdenkmals

Besondere Steine im Verkauf

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Mit Thomas Beutel freuen sich Mitglieder des aktuellen rot-weißen Kerbjahrgangs 1997/98 (links Maximilian Wiedenmann, rechts Justus Bienert) über die gelungenen „Kerbdenkmalbausteine“, die aus dem Pflaster des „roten Platzes“ entstanden sind.

Groß-Zimmern - Ende vergangenen Jahres begannen die Arbeiten zur Umgestaltung der Rathausplätze. Dafür musste auch das immer wieder als politische Aussage im einst so linken Groß-Zimmern interpretierte rote Pflaster weichen. Nun stehen die Bausteine zum Verkauf. Von Sebastian Richter 

Etliche Beobachter haben sich gewundert, als einige Mitglieder des aktuellen (rot-weißen) Kerbjahrgangs 1997/98 zusammen mit Unterstützern daran gingen, einen Teil des historischen Baumaterials fein säuberlich auf Paletten aufzusetzen. Inzwischen sind daraus „Bausteine“ fürs Kerbdenkmal geworden, das – ähnlich wie der Fastnachtsbrunnen auf dem Dieburger Dalles – das „Fest aller Feste“ in der Kerbhochburg würdigen soll. Auf Initiative des Kerbvereins wurde ein solches Monument in die Neugestaltung der Plätze einbezogen. Der Standort wird auf der Westseite des Rathauses an prominenter Stelle nahe dem Durchgang zwischen den beiden Plätzen sein, also einem der belebtesten Orte des ganzen Ensembles.

Eine Kommission aus Vertretern des Kerbvereins, Gemeindevorstand und interessierter Öffentlichkeit hat einen Wettbewerb durchgeführt und aus einer Vielzahl von Entwürfen das Dreigestirn von Hermann-Josef Klober herausgedeutet. Inzwischen ist auch klar, dass das auf einem Würfel platzierte Trio aus Kerbmädchen, Kerbvadder und Mundschenk auf einem Brunnenrund zu stehen kommen wird, in diesem Fall also das Eckige ins Runde soll.

Für die Umgestaltung der Plätze stehen zwar erhebliche Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ zur Verfügung, aber fürs Kerbdenkmal bleibt dennoch ein erheblicher Eigenanteil für die Initiatoren. Und hier kommen die roten Pflastersteine ins Spiel: Sie sind nämlich inzwischen zu „Kerbdenkmalbausteinen“ geworden, und es gleicht schon einem typografischen Kunstwerk, wie dieser Begriff Platz auf der flachen Seite der Betonsteine gefunden hat.

Thomas Beutel, inzwischen nicht mehr Vorsitzender des Groß-Zimmerner Kerbvereins, aber immer noch ein Dreh- und Angelpunkt der Vorbereitungen auf das Fest, das heuer vom 25. bis 29. August gefeiert wird, erklärt die handwerkliche Herstellung: „Die Fläche wurde zuerst schwarz lackiert, dann kam eine Schablone drauf und die freien Stellen wurden sandgestrahlt“ – sodass dort nun wieder die rote Betonoberfläche zu sehen ist. Zu sehen ist neben der genannten Beschriftung auch die berühmte „Trutschelkapp“, die Bommelmütze, quasi in Schwarz-Weiß, sodass es keinen Anlass zur Konkurrenz zwischen den verschiedenfarbigen Kerbjahrgängen (rot-weiß, grün-weiß, blau-weiß) gibt. Untendrunter steht, in Schreibschrift: Dein Kerbverein. Das ist das Dankeschön des Vereins für die finanzielle Unterstützung durch Erwerb eines Bausteins – oder auch mehrerer. „Der Mindestpreis beträgt zehn Euro pro Stück“, sagt Beutel, „und nach oben sind keine Grenzen gesetzt.“ Die Bausteine sind bei ihm erhältlich, entweder an seinem Arbeitsplatz in der „Kistenwache“ (Dieburger Straße 110) oder nach Vereinbarung unter der Nummer 0171/7004541.

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