20 Jahre „Kinderfrei(t)räume“

Betreuung in eigene Hand genommen

Kreativität war am Tag der offenen Tür im integrativen Kinderladen angesagt. Unter den Händen wilder Tiere entstanden gar grüne Schneemänner. Foto: Friedrich

Groß-Zimmern - Über die Betreuung kleiner Menschen machen sich Kommunalpolitiker seit Monaten große Gedanken. Wie die Lücken im Versorgungsangebot decken? Schon vor 20 Jahren hat die integrative Einrichtung „Kinderfrei(t)räume“ das Heft selbst in die Hand genommen. Von Ursula Friedrich

Die Elterninitiative schuf eine Einrichtung, die bis heute Modellcharakter besitzt. 20 Kinder ab zwei Jahren werden mit hohem Personalschlüssel von 2,25 Betreuern (in kommunalen Einrichtungen sind es derzeit 1,5 Erzieher für Kinder über drei Jahren) in familiärer Atmosphäre betreut – zwei Plätze sind behinderten Kindern vorbehalten.

Am vergangenen Sonntag feierte der Kinderladen ein Doppelereignis. Der 20. Geburtstag stand ebenso im Mittelpunkt wie der traditionelle Tag der offenen Tür, an dem sich die Einrichtung für die Bevölkerung öffnet. Die Kinder selbst hatten einen guten Teil des Festprogrammms mit entwickelt. Sei es die Idee einer Kinderdisco, frische Feldblumensträuße auf den Tischen, Bastel- und Malaktionen und natürlich dem richtigen Catering: Hähnchennuggets. Um das leibliche Wohl zu fördern, spendeten die Firmen Geibel und Emmerich außerdem Äpfel, Säfte und knackige Würstchen. Mit vielen Kuchenspenden und mehr war auch das Büfett perfekt.

Um die Zukunft des Kinderladens zu fördern, packten viele auswärtige Institutionen mit an. Denn vor kurzem wurde für rund 8 000 Euro umgebaut, um den Mittagstisch für die Kinder einzurichten und die Öffnungszeiten der Einrichtung von 7.45 bis 13 Uhr auszudehnen. 500 Euro spendete die hiesige Volksbank. Mit einem ebenso hohen Spendenscheck im Jacket besuchte der Landtagsabgeordnete Manfred Pentz den Kinderladen am Sonntag. Das Geld überbrachte er in seiner Funktion als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Dieburg.

Die Ärmel hoch gekrempelt haben die Ortshausmeister, die das Außengelände des Kinderladens tüchtig auf Vordermann brachten. Eine Entlastung für die integrative Einrichtung, in der sich Eltern zwar stark einbringen, um Verwaltungskosten zu sparen. Durch den Umbau waren die Kräfte allerdings gebunden.

Für die Zukunft hat das Team des Kinderladens noch größere Expansionswünsche: Die Öffnungszeiten sollen bis 16 Uhr verlängert werden. Da sich hier auch die Kommune mit höherem Zuschuss einbringen müsste, scheiterte das Vorhaben bislang am Veto der Gemeinde.

Um den Ansprüchen modernen Gesellschaftsstrukturen, in denen häufig beide Elternteile berufstätig sind, Rechnung zu tragen, will die Initiative das Vorhaben nicht aufgeben.

Für die Zeit nach den Sommerferien stehen suchenden Familien hier noch zwei Plätze zur Verfügung. Weitere Informationen auf www.kinderfreitraeume.de oder unter s  06071 42708.

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