Parlament beschließt längere Öffnungszeiten für Gemeindekindergärten

Betreuung vorangebracht

Biete Kurzweil, suche Betreuung: auch Lina (2) und Deyon (anderthalb Jahre rechts) warten auf einen Kindergartenplatz. Foto: Friedrich

Groß-Zimmern - . Nach langen Diskussionen ist es gelungen, die Betreuungszeiten und -angebote in den vier kommunalen Kinderbetreuungseinrichtungen an den Bedarf einer modernen Gesellschaft anzupassen. Von Ursula Friedrich

Die Gemeindevertretersitzung verabschiedete am Mittwochabend eine neue Kindergartensatzung für die Kindergärten und Kindertagesstätten der Gemeinde. In einem zweiten Schritt wurden die Kindergartengebühren um 20 Prozent erhöht.

Essenz des Werkes, an dem Verwaltung, Kommunalpolitik, Eltern und Erzieher mitwirkten: Ausgedehnte Betreuungszeiten ab 7 Uhr morgens, die ab 1. August diesen Jahres in Kraft treten sollen.

Mit den Stimmen von CDU, SPD und FFA wurde die neue Satzung verabschiedet. Die Bündnisgrünen enthielten sich mit der Begründung, dass redaktionelle Nachbesserungen insbesondere wegen der vermeintlich nicht hinreichend definierten Begriffe „Kindergarten“ und „Kindertagesstätte“ nötig seien.

Die Verbesserung der Betreuung der kleinen Bürger hat einen Anstieg der Personalkosten um 20 000 Euro jährlich zur Folge.

Damit klettert der Aufwand für das Personal in den vier Gemeindekindergärten auf 1,35 Millionen Euro. Weitere Kostensteigerungen sind zu erwarten, da der Personalschlüssel von derzeit 1,5 Erziehern pro Gruppe angehoben werden muss.

CDU-Chef Christof Glaser zog eine positive Bilanz: „Durch gemeinsames, fraktionsübergreifendes Handeln haben wir die Kinderbetreuung vorangebracht.“

Die Gebührenerhöhung um 20 Prozent zum 1. August 2012 wurde nicht von allen Fraktionen mitgetragen. „Ungerecht, überzogen und übertrieben“, lautete das Fazit von Janek Gola (FFA), derart kräftig an der Gebührenschraube zu drehen.

Gola: „Schon jetzt können 25 Prozent der Eltern die Gebühren nicht zahlen.“ Die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren eine rechtzeitige Gebührenanpassung versäumt.

Trotz Gebührenanhebung würden 72 Prozent der Ausgaben für Kindergärten von der Gemeinde und damit aus allgemeinen Steuermitteln bestritten, verteidigte Sozialdemokrat Claus Rosendahl die unpopuläre Maßnahme. Lediglich 28 Prozent der Ausgaben für Kinderbetreuung würden über Gebühren gedeckt.

Als „richtig und gerecht“ bezeichnete Glaser die Entscheidung, die im Hinblick auf die desolaten Finanzen der Gemeinde Resultat verantwortungsvoller Politik sei.

„20 Prozent hören sich erst einmal enorm an“, sagte Bürgermeister Achim Grimm, doch mit dem Neubau der neuen Kindertagesstätte auf dem Festplatz stiegen die jährlichen Kosten für die Kinderbetreuung auf 2,8 Millionen Euro an (bauliche Investitionen ausgenommen).

Für Familien ergeben sich künftig folgende Neuerungen: Alle vier Gemeindekindergärten haben von 7 bis 16 Uhr geöffnet und bieten insgesamt 360 Plätze. Im Kindergarten Blumenstraße (75 Kinder) wird zehn Kindern ein Tagesstättenplatz mit Mittagessen geboten, 65 Betreuungsplätze beeinhalten eine Unterbrechung der Betreuungszeit von 12.30 bis 13.30 Uhr. Im Hörnertweg werden 20 Tagesstättenplätze mit Mittagessen sowie 55 Kindergartenplätze ohne Essen geboten. In einer Kleinkindergruppe werden Knirpse unter drei Jahren von 7.45 bis 13 Uhr betreut.

Im Nordring werden 55 Halbtagesplätze bis 12.30 Uhr, zehn Tagesstättenplätze mit Essen bis 14 Uhr sowie zehn weitere Tagesstättenplätze bis 16 Uhr geboten. 70 Kindergartenplätze ohne Mittagessen bietet der Wichernweg ab August an. 30 Tagesstättenplätze mit Mittagessen werden hier ebenfalls eingerichtet.

Neuerungen gibt es auch in der Waldkindergartengruppe. Zehn Halbtagesplätze bis 12 Uhr und zehn Tagesstättenplätze bis 16 Uhr werden hier geboten. Eltern, die auf eine Betreuung bis 17 Uhr angewiesen sind, sollten einen Platz in der evangelischen Kindertagesstätte buchen, die ab 1. August eine Kindergartengruppe bis 17 Uhr anbietet.

Wer einen Kindergartenplatz ohne Mittagessen bucht, muss für sein Kinder nach der neuen Gebührensatzung 120 Euro monatlich zahlen (Betreuung: 40 Stunden pro Woche).

Ein Halbtagesplatz in der Waldkindergartengruppe kostet dann beispielsweise 75 Euro (bisher 62,50 Euro) während die Tagesstättenplätze mit 180 Euro in den unterschiedlichen Einrichtungen zu Buche schlagen (bisher bei 45 Betreuungsstunden pro Woche 144 Euro). Das Mittagessen wird zusätzlich berechnet.

Für die Kleinkindergartengruppe im Hörnertweg müssen Eltern 194 Euro monatlich zahlen. Größere Familien zahlen für ein zweites Kindergartenkind 50 Prozent des Satzes. Ein drittes Kind darf die Einrichtung gratis besuchen.

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