Mehr als 30 Teilnehmer wollen Zukunftsprojekte aktiv mitgestalten

Bewohner für Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

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Gut 40 Teilnehmer kamen zur Infoveranstaltung „Unser Dorf hat Zukunft“.

Klein-Zimmern - „Wir brauchen mehr Stühle“, ruft Klein-Zimmerns Ortsvorsteher Markus Geßner in den Raum. Sofort laufen drei Männer und bringen Sitzgelegenheiten. Von Gudrun Fritsch 

Über 40 Besucher sind seinem Aufruf am Mittwoch ins Feuerwehrhaus gefolgt, um sich über die Teilnahme Klein-Zimmerns am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu informieren und erste Projekte zu starten. Nicht oft gibt es im Ortsteil der Gemeinde eigene Bürgerversammlungen und das Interesse ist hier immer recht groß. Dennoch waren auch diesmal etliche Beiträge zu hören, in denen angekreidet wurde: „Wir sind hier immer die gleichen Leute. Die aus den Neubaugebieten profitieren nur, machen aber selber fast nie mit.“ Auch wenn derlei Kritik wohl berechtigt scheint, so fehlte vor Ort jedoch der Adressat. Folglich überging Geßner mit bestätigendem Nicken zunächst die Botschaft und erläuterte nach kurzer Wartezeit das Vorhaben. Erwartet hat er eigentlich noch den Leiter des St. Josephshauses Markus Pelz, mit dem er wie auch mit Vertretern von Vereinen im Vorfeld über das Vorhaben gesprochen hatte. Doch dann ein Klingeln, leises Tuscheln, und daraufhin die Ansage von Joachim Köbel: „Markus Pelz hat eben eine Nachricht geschickt. Er ist krank und bedauert es, nicht kommen zu können. Aber er will das Vorhaben unterstützen.“ Zufriedenheit kehrt in die Gesichter ringsum, denn schließlich ist die Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe im Ort eines der größten Häuser, dessen Beteiligung – auch wegen der vielen dort tätigen Menschen und Möglichkeiten – gewiss eine große Erleichterung sein wird.

Zunächst betont Geßner, dass der Ortsbeirat nicht unbedingt als Leitung der Aktion auftreten will. „Aber jemand muss ja einladen und moderieren“, deshalb habe er diesen Teil übernommen. Von den Kollegen des Gremiums wisse er, dass sie gerne unterstützend, aber nicht leitend mitmachen wollen.

Gut 40 Teilnehmer kamen zur Infoveranstaltung „Unser Dorf hat Zukunft“.

Dann stellt er in Kürze den Wettbewerb vor, zu dem das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft alle drei Jahre aufruft. Beteiligen können sich Dörfer mit höchstens 1 500 Einwohnern. Sie werden von einer Bewertungskommission besucht, die darüber entscheidet, ob das bürgerschaftliche Engagement ein Weiterkommen in die nächste Runde rechtfertigt. An den Wettbewerb seien jedoch keine Förderprogramm gekoppelt, allenfalls könne man mit geringen Verfügungsmitteln seitens der Gemeinde Groß-Zimmern rechnen. Der Rest sei quasi eine „Muskelhypothek der Bürger“. Früher hieß der Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“, doch inzwischen hat sich die Ausrichtung geändert. „Es geht nicht darum, wer die meisten Blumenkästen mit Geranien hat“, so Geßner. „Es soll deutlich werden, welche Ziele die Bürger für ihr Dorf gesetzt haben und wie diese umgesetzt werden. Im Mittelpunkt der Ausschreibung steht das Engagement der Dorfgemeinschaft, die Entwicklung des Ortes insgesamt voranzubringen“, beschreibt der Ortsvorsteher, und er ist überzeugt, dass sich hierfür in Klein-Zimmern einige Beispiele finden lassen. In diesem Sinne benennt Geßner vier Themenkomplexe, nach denen die Bewertung gegliedert werden soll: Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, bürgerschaftliches Engagement und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Siedlungsentwicklung sowie Grüngestaltung im Dorf und Bezug zur Landschaft. Viele Nachfragen kommen aus dem Publikum und dann hagelt es Vorschläge, denn die meisten Anwesenden sind wie Reiner Raab der Meinung: „Wir müssen doch das Rad nicht neu erfinden. Es gibt hier schon sehr viele positive Dinge, die wir präsentieren können.“ Genannt werden unter anderem landschaftliche Lage oder Radwegevernetzung.

Dann melden sich Vereinsvertreter zu Wort, die neben Jubiläen – die katholische Kirche feiert in diesem Jahr 50-jähriges, der Kultur- und Kerbvereins 25-jähriges Bestehen – gleich auch zu Fastnachtsfeiern einladen. Dass man etwas unternehmen könne bezüglich der fehlenden Einkaufsmöglichkeit im Ort, darüber habe er bereits mit Pelz geredet. Auch der Vorschlag von Raab, Flyer an alle Haushalte zu verteilen und so auch die Neubürger zu erreichen, findet Zuspruch. All das muss jedoch zügig geschehen, denn viel Zeit bleibt nicht, sich für den Wettbewerb aufzustellen. Bereits im Mai könnte die Bewertungskommission zu ihrem etwa neunzigminütigen Rundgang kommen.

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Vereinbart wird abschließend, dass zu den vier genannten Themenkomplexen Arbeitsgruppen gebildet und Ansprechpartner benannt werden. Spontan tragen sich über 30 Teilnehmer in die Listen ein.

Ansprechpartner sind für Entwicklungskonzepte Uli Borbonus, bürgerschaftliches Engagement Reiner Raab, Baugestaltung Ralph Wiedekind und Grüngestaltung Bettina Krumm. Die einzelnen Arbeitsgruppen treffen sich zur parallelen Beratung und anschließendem Plenum am Mittwoch, 8. Februar, um 19.30 Uhr im Feuerwehrhaus. Regelmäßige Treffen sollen hier jeweils am letzten Mittwoch des Monats um 19.30 Uhr folgen. Wer Fragen hat, kann sich bei Ortsvorsteher Markus Geßner melden unter 72264. Er wird auch die Homepage aktualisieren - www.klein-zimmern.de

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