Josef Partsch ist neuer Leiter des Pflegeheims der Gersprenz

„Bewohner sollen sich angenommen fühlen“

+
Zwei der Pflegeheimbewohnerinnen hat der neue Pflegeheimleiter Franz-Josef Partsch mit aufs Foto gebeten. Liesel Zilius und Rosalia Werner (v.l.) erfüllen ihm die Bitte gerne und lassen sich im Garten ablichten.

Groß-Zimmern - „Ich möchte mit dem Pflegeheim Geld verdienen“, sagt Franz-Josef Partsch, „um es dann für die Bewohner bestmöglich auszugeben“. Partsch hat die Nachfolge von Franziska Wiedenmann angetreten und ist seit dem 1. April Heimleiter des Pflegeheims der Gersprenz in Groß-Zimmern. Von Ulrike Bernauer

„Ich hatte schon früher Beziehungen zu der Gersprenzgemeinde“,erklärt Partsch und strahlt, er ist Handballfan. „Die Zimmerner waren in derselben Klasse wie Kirch-Brombach“,sagt der neue Heimleiter, der in der Odenwaldgemeinde wohnt. Nun ist Zimmern allerdings abgestiegen, so wird Partsch keine Spiele der beiden Mannschaften mehr verfolgen können. Dafür ist er jetzt täglich in Zimmern.

Die berufliche Vita des 57-Jährigen ist beeindruckend. Partsch begann in der Krankenpflege, er arbeitete fünf Jahre in der Intensivstation im Elisabethenstift, bildete sich zum Fachpfleger weiter und übernahm später im Erbacher Krankenhaus die Leitung der Intensivstation. Wegen gesundheitlicher Probleme schulte er um zum Lehrer für Alten- und Krankenpflege und leitete anschließend acht Jahre lang die Altenpflegeschule in Erbach.

Im Jahr 2000 übernahm er in Lindenfels die Leitung eines Pflegeheims mit über 200 Betten. Später wechselte Partsch nach Rothenberg-Kortelshütte, wo ein gemeinnütziger Verein aus fünf Gemeinden ein konfessionelles Pflegeheim betreibt.

„Das fand ich eine ideale Kombination für mich, Pflege im christlichen Glauben“,sagt Partsch, der sich in seiner Heimatgemeinde Kirchbrombachtal stark in beiden Kirchengemeinden, der katholischen und der evangelischen betätigt. „Ich bin katholisch, meine Frau und meine Kinder sind evangelisch und in unserer Gemeinde gibt es eine wunderbare ökumenische Zusammenarbeit“, erklärt der neue Heimleiter.

„Ich bin noch am Sichten“,sagt Partsch, „sechs Wochen sind noch keine lange Zeit“.Aber er hat sich für seine Arbeit im Groß-Zimmerner Pflegeheim viel vorgenommen. Mehr am Gemeindeleben sollen die Bewohner teilnehmen können. „Da könnte man mal die Busse aus Reinheim organisieren und mit einigen Bewohnern eines der zahlreichen Zimmerner Feste besuchen, schließlich sind 38 unserer Bewohner aus Groß- oder Klein-Zimmern, da bestehen noch soziale Kontakte“.

Wohl fühlen sollen sich die Bewohner im Gersprenzheim und dazu gehört für Partsch auch ein umfangreiches Beschäftigungsangebot für die relativ Fitten unter den Heimbewohnern. Partsch kann sich jedoch auch vorstellen, Beratung zu geben, nicht nur an Heimbewohner, sondern auch an Zimmerner Bürger, „beispielsweise zur Kurzzeitpflege oder wenn es Probleme mit der Pflegekasse gibt“.

Auch für die Angehörigen will Partsch ein offenes Ohr haben, „ihnen beispielsweise die Schuldgefühle nehmen, wenn sie Vater oder Mutter ins Pflegeheim bringen. „Ich habe selbst meine Schwiegermutter, die demenziell erkrankt war, zwei Jahre gepflegt“, sagt Partsch, „das ist eine Belastung, die man, wenn man berufstätig ist, auf Dauer gar nicht tragen kann“.

Der Odenwälder freut sich auf der einen Seite über das überschaubare Heim mit 42 Bewohnern, „hier kann man sich wirklich noch um jeden kümmern“.

Auf der anderen Seite schätzt er das große Potenzial der Gersprenz, beispielsweise den Austausch mit den anderen Heimleitungen in Münster, Reinheim und Groß-Umstadt.

„Mein Hauptziel ist, dass sich die Bewohner hier angenommen fühlen“,sagt Partsch, „und dazu gehört auch mehr Beschäftigung“. Und wie aufs Stichwort sagt Rosalia Werner, die Partsch bittet, sich mit ihm für die Zeitung fotografieren zu lassen, „es ist so langweilig“.

„Gestern war Feiertag“,klagt die alte Dame, „erst heute Nachmittag gibt es wieder ein Angebot und morgen ist das Wochenende, da ist auch wieder nichts los“. Partsch dreht sich um und erklärt: „Sehen Sie da ist Veränderungspotenzial, wir als Pflegekräfte und da schließe ich mich mit ein, müssen darüber nachdenken, auch am Wochenende mehr anzubieten“.

Kommentare