Bildband über Zimmern

+
Heiß begehrt war nach der Vorstellung der neueste Bildband über Groß-Zimmern. So mancher wollte wie hier Karl Daab (rechts) von Autor Dr. Manfred Göbel (Mitte) auch eine Widmung

Groß-Zimmern (bea) ‐ Eben war es noch da, da war es auch schon wieder weg, das neue Buch über Groß-Zimmern. Autor Dr. Manfred Göbel, seines Zeichens ausgewiesener Heimatforscher, konnte jedoch Trost spenden. Die „Archivbilder, Groß-Zimmern im Wandel – 1945 bis 1980“ gibt es seit Dienstag für 18,95 Euro im Buchhandel.

Die Arbeit an diesem zweiten Bildband sei schwieriger gewesen, als die für den ersten. „Es handelt sich um eine von mir teilweise miterlebte Zeit, da weiß man auch, was fehlt“, erklärte Göbel. Trotz der selbst empfundenen Fehlstellen, beispielsweise bei der Geschichte des Jugendzentrums, ist das, was im Buch abgedruckt ist, sehr beeindruckend. Liefen am Anfang die Fotos aus der Bevölkerung nur spärlich ein, so konnten sich gegen Ende der Arbeit die Bildersammler, der Kerbverein und der Glöckelchenverein, über einen ordentlichen Zulauf freuen.

Göbel fand jedoch auch an unerwarteten Plätzen Material für sein Buch. Dazu gehörten das Archiv der Albert-Schweitzer-Schule, aber auch der Verein der Eisenbahnfreunde Roßdorf.

Luftaufnahmen sehr beliebt

Acht Themenbereiche sind im Buch zu finden, die Roßdörfer hatten das meiste Bildmaterial zum Kapitel „Die Bahn verschwindet“. Fasziniert betrachten die Besucher eine Luftaufnahme des Bahnhofs. Kommentare dürfen natürlich nicht fehlen, so sagt einer der Zuschauer: „Das Gelände war doch noch viel größer.“ Auf die Frage, ob es noch mehr Luftaufnahmen aus der Zeit gibt, schüttelt Göbel den Kopf.

Ausführlich sind nicht nur die Erläuterungen des Autors zu den an die Leinwand geworfenen Fotos, sondern auch die Bildunterschriften im Buch. Die Luftaufnahme etwa zeigt neben dem Bahnhof auch die Geflügelhandlung, das Wohngebiet Schlackenhausen und die Baustoffhandlung Kohlen-Fröhlich.

„Was für verhungerte Gickel“

Andere Bilder hingegen bedürfen kaum einer Erklärung. Sie wirken ohne Kommentar auf den Betrachter, wie das eines ganz jungen Zimmerners, der auf dem Kirchenhahn der evangelischen Kirche reitet, der allerdings für Renovierungsarbeiten vom Turm genommen wurde.

Selten in einem Bildband sind Fotos aus dem Arbeitsleben. Die Zimmerner Bildarchivalie kann auch sie aufweisen. „Was für verhungerte Gickel“, ist der Kommentar der Zuschauer zu einem Foto, das den hessischen Finanzminister Dr. Wilhelm Conrad 1960 bei der Einweihung des Neubaus einer Geflügelschlachterei zeigt. Und selbst alteingesessene Zimmerner können sich nicht an alles erinnern. So wundert sich Göbel selbst, dass er erst das Bild brauchte, um sich die Fina-Tankstelle in der Waldstraße ins Gedächtnis zu rufen. Anderes hingegen hält sich zäh in der Erinnerung: „Einige gehen sogar heute noch ins Plaza“, so Göbel.

Die „Trutschelkappe“ gehörte nicht immer zu den Kerbborschte

Das Buch ist für Ur-Zimmerner, die sich erinnern wollen, aber auch für Neubürger, die unterhaltsam etwas über den Ort erfahren möchten“, erklärte Göbel. Manche werden sich wundern, wie bunt und vielfältig das Faschingsleben früher in Zimmern war.

Zimmerns Nationalfest, die Kerb beschließt natürlich dieses Buch“, berichtete Göbel und wies auf Veränderungen auch bei Kerbtraditionen hin. Die „Trutschelkappe“ der Kerbborschte gehörte beispielsweise nicht immer dazu, wie ältere Fotos von Umzügen belegen. Selbst beim Traditionsfest zeigt sich das Motto des Bildbandes, eben „Groß-Zimmern im Wandel“.

Kommentare