Weg vom Bildschirm und raus in den Wald

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Erst die Einweisung, dann die Schatzsuche: Claudia Wiedling (links) erklärt den Teilnehmern die Grundlagen des Geo-Caching an der Waldschule.

Groß-Zimmern ‐ Geo-Caching verbindet Abenteuer, Bewegung und vor allem Spaß. Das Suchen eines kleinen Schatzes per GPS beziehungsweise Satellitennavigation in der freien Natur gehört an der Waldschule mittlerweile schon fest zum Jahresprogramms für Familien. Von Michael Just

Kürzlich fand im dritten Jahr die dritte Veranstaltung statt. Für die jüngste Auflage lagen so viele Anmeldungen vor, dass Claudia Wiedling überlegt, im Herbst einen weiteren Termin anzubieten. Mittlerweile reicht das Interesse bis nach Michelstadt. Laut Wiedling habe das Geo-Caching allgemein einen enormen Aufschwung erfahren. So finde man im Internet viele Foren und „irre“ Schatzsuchen, die um die halbe Welt gehen, nur nachts stattfinden, mit Klettern und Seileinsatz verbunden sind oder bestimmte Lichtverhältnisse benötigen.

An der Waldschule bewegt sich die Sache aber noch in normalen Bahnen. Grundlage ist eine sechs Kilometer lange, rund zweistündige Strecke auf Forstwegen um die Schule, die vor drei Jahren angelegt wurde. Auf ihr gibt es Stationen, an denen diverse Aufgaben warten. In der letzten Zeit hat die Waldschule fünf eigene GPS-Geräte angeschafft. Besteht ein größerer Bedarf, werden weitere Geräte von der befreundeten Justin-Wagner-Schule in Roßdorf ausgeliehen.

Kinder vom heimischen Computer weg locken

Da es derzeit nur einen „Cache“ und damit eine Strecke gibt, will die Justin-Wagner-Schule demnächst im gleichen Areal für eine weitere Option sorgen. Zum jüngsten Geo-Caching der Waldschule starteten neun „Gruppen-Familien“, die nacheinander losliefen. Insgesamt machten sich rund 25 Personen auf den Weg. Sieben Euro bezahlte jede Familie für die Schatzsuche. Diesmal war die Teilnahme für Schüler ab acht Jahren ausgeschrieben. „Wir wollten vor allem Jungs ansprechen, die keine Lust auf Osterbasteln haben“, erzählt Wiedling.

Ansonsten sei es das Ziel, Kinder in die Natur zu holen und mit Themen wie Schatzsuche und GPS-Technik einmal vom heimischen Computer weg zu locken. Bleibt die spannende Frage, wie der Schatz aussieht. Laut Wiedling geht es beim Geo-Caching nicht um große Schätze, sondern lediglich um Kleinigkeiten: „In der Schatzkiste liegen wetterfeste Plastikboxen mit Streichholzschachteln, in denen Fichtensamen ist“, erzählt sie. Dazu gebe es eine Anleitung, wo die Kinder das Bäumchen pflanzen können. Bei der Verabschiedung warte zusätzlich noch eine CD-ROM mit dem Titel „Lebensraum Wald“.

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