Biologische Vielfalt vor der Haustür

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Der Ziegenmelker zählt zu den geschützten Arten.

Groß-Zimmern (guf) ‐ „Die Gesteinsformation des Rotliegenden ist von einzigartiger Bedeutung und hier, im Zentrum Europas, begegnen sich viele unterschiedliche Arten“, erklärt Dr. Wolfgang Goebel vom Institut Ecoplan. Begeistert beschreibt der Fachmann die Artenvielfalt, Amphibien, Vögel, Pflanzen, die der 9 000 Hektar große Wald des „Messeler Hügellands“ bietet.

Rund 60 Gäste kann Bürgermeister Achim Grimm am Donnerstag in der Waldschule begrüßen. Sie geben den Startschuss für das Gemeinschaftsvorhaben zur Stärkung der biologische Vielfalt von Land und Kreis, fünf Kommunen, der Stadt Darmstadt, des „Bioversums“, der Grube Messel, von Naturschutz- und Zweckverbänden sowie Forstämtern.

Es ist dringend erforderlich, Anstrengungen vor allem auf dieser Ebene zu unternehmen“, sagt Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger bei ihrer wohl letzten Amtshandlung in Zimmern. Mit dem Vorhaben werden konzentrierte Maßnahmen zur Sicherung, Stabilisierung und Erhöhung der Artenvielfalt durchgeführt.

„Das Pilotprojekt wird sicher keine Bruchlandung erleiden“

Erste Pläne für das Projekt schmiedeten wir auf der Dieburger Fastnacht“, sagt Kreisdezernent Christel Fleischmann. Von der ursprünglich geplanten Fläche habe man aus verkehrstechnischen Gründen einige Hektar jenseits der B 26 bei Roßdorf herausgenommen.

Die Bedeutung auch für den Klimaschutz betont die Leiterin des Darmstädter Umweltamtes, Brigitte Kretzschmar. „Das Pilotprojekt wird sicher keine Bruchlandung erleiden“, sagt der Dieburger Forstamtsleiter Helmut Seitel sehr zufrieden mit dem zügigen Start.

Biotope mit enormer Artenvielfalt

Die Biotope weisen mit naturnahen Waldwiesenzügen eine enorme Vielfalt auf. Dazu zählen 104 geschützte, bestandsbedrohte Pflanzen sowie 156 Tiere der Roten Liste, darunter zahlreiche europaweit geschützte. Als „wichtigstes Naturschutzziel“, beschreibt Ministerin Lautenschläger die Entwicklung des Verbundes an Waldlebensräumen. Feuchtwälder sollen gezielt gefördert und „Naturruhezonen“ eingerichtet werden. Der Projekt-Masterplan und erste Artenschutzmaßnahmen für stark bedrohte Arten wie Gelbbauchunke, Laubfrosch, Moorfrosch, Ziegenmelker, Wendehals oder Pillenfarn werden noch in diesem Jahr umgesetzt. Für die Sofortmaßnahmen hat das Land bis zu 50 000 Euro bereitgestellt. Koordiniert wird die Umsetzung durch das Regierungspräsidium Darmstadt mit Beteiligung der Forstämter Dieburg und Darmstadt.

Darüber hinaus gibt Lautenschläger den Startschuss für die Zertifizierung des 4 500 Hektar großen Staatswaldes des Forstamtes Dieburg nach den Kriterien des international tätigen Forest Steward Councilship (FSC) im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen. Das Vorhaben wird begleitet durch umweltpädagogische Angebote.

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