Serie: Mein Platz in Zimmern

Mit dem Rad zur Birkenruhe

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Philipp Pullmann lebt gern mitten in der Natur.

Groß-Zimmern - Philipp Pullmann kommt gerne mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Birkenruhe. Manchmal fährt er aber auch mit dem Auto zum Parkplatz im Laubweg und geht die rund 300 Meter zu Fuß.

Durch die vielen Tische und Bänke bieten sich reichlich Sonnen- oder Schattenplätze an.

In nahezu absoluter Ruhe kann Pullmann hier seinen Gedanken nachhängen, den Waldvögeln lauschen und ab und zu ein Eichhörnchen oder eine Maus beobachten. Oft nehmen die Pullmanns ihre kleine Enkeltochter mit. Während die Großeltern die Natur genießen, kann die Kleine an den Spielgeräten, der großen Seilbahn oder der Reifenschaukel, turnen. An einigen Nachmittagen besteht die Möglichkeit beim Verkäufer des Odenwaldklubs ein kühles Getränk, einen Kaffee oder auch eine Kleinigkeit zu Essen zu kaufen. Für die Kinder gibt es natürlich auch Eis und Süßes.

Zur Geschichte der Birkenruhe berichtet Pullmann: „Aus dem Streben der Vereine heraus, sich eine eigene Umgebung für die Mitglieder zu schaffen, wurde 1970 der Gedanke zur Errichtung der Birkenruhe geboren.“

Und wie es von den Groß-Zimmerner „Moosrobbern“ nicht anders zu erwarten gewesen war, habe man sich ein besonders schön gelegenes Fleckchen im „Fischwasser“ des Gemeindewaldes für die geplante Freizeitanlage ausgesucht Damals hätten junge Birken den Ort geprägt. Deshalb der Name „Birkenruhe“. Nach entsprechender Vereinbarung mit der Gemeinde und baurechtlicher Genehmigung wurde im gleichen Jahr mit den Arbeiten begonnen. „Mein Vater, Georg Pullmann, hat damals feste mitgearbeitet.“

Der Vorsitzende des Vereins, Karl-Horst Kapp, hatte mit der Gemeinde vereinbart, dass die Anlage nicht nur den Vereinsmitgliedern, sondern auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollte. So ist es auch heute noch. Jeder kann zur Birkenruhe kommen und die Einrichtungen nutzen, sein Butterbrot auspacken und sich etwas zu trinken kaufen.

Keinen Müll zurücklassen

Natürlich wird erwartet, dass kein Müll zurückgelassen und alles ordentlich hinterlassen wird. Auch Gruppen können den Platz nutzen. Hierzu bedarf es allerdings einer Genehmigung durch den Verein, der Gemeinde und eventuell der Forstverwaltung, die in der Regel umgehend erteilt wird. Bereits 1971 wurde die offene Hütte fertiggestellt und die Anlage zum vierzigsten Bestehen des Vereins im Sommer 1971 eingeweiht.

Die Platzgestaltung mit Bänken, Tischen und Spielgeräten erfolgte in den Folgejahren. Viele Mitglieder haben sich im Laufe der Jahreehrenamtlich für die Anlage und deren Unterhaltung eingesetzt. Die Gemeinde hat in der Vergangenheit Anschaffungen und größere Reparaturen finanziell unterstützt und die Forstverwaltung durch Genehmigungen und Bereitstellung von Holz und Baumpflanzen zur Gestaltung beigetragen. Bei heutiger Finanznot der Gemeinden ist wohl kaum noch damit zu rechnen. Ob der Erlös, der durch den Verkauf von Getränken entsteht, die Kosten für die Unterhaltung auf Dauer trägt, wird sich zeigen. In den letzten Jahren war das nicht der Fall. Man kann nur an die Vereinsmitglieder und die Öffentlichkeit appellieren, helft die Anlage zu unterhalten. Sie dient allen Generationen zur Erholung insbesondere den Senioren.

Philipp Pullmann hofft noch viele Jahre diesen schönen Fleck im Groß-Zimmerner Wald genießen zu können. Zwar hat sich durch die inzwischen ausgewachsenen großen Bäume der Anblick im Vergleich zu 1971 wesentlich geändert. Aber durch die Herausnahme von windbruchgefährdeten Bäumen und Neuanpflanzungen wird auch in Zukunft eine anspruchsvolle naturnahe Erholungsmöglichkeit bestehen. chi 

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