„Du bist der Parmesan auf meiner Bolognese“

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„Liebe geht durch den Magen“ – unter diesem Motto feierten Verliebte den Valentinstag in der evangelischen Kirche. Getreu des Mottos hatten die Paare ein Lebensmittel mitgebracht, das für sie Ausdruck ihrer Liebe ist.

Groß-Zimmern ‐ „Liebe glaubt alles, erträgt alles, duldet alles und Liebe hört nie auf!“ Der Gottesdienst in der evangelischen Kirche war diesmal einer besonderen Liebe gewidmet: jener zwischen Mann und Frau. Von Ursula Friedrich

Pfarrer Michael Fornoff scharte am Montag im Gottesdienst zum Valentinstag frisch Verliebte ebenso wie lang Vermählte um sich. Da „Liebe durch den Magen geht“, sollten die Gottesdienstbesucher kulinarische Liebesbeweise mitbringen. „Wir haben Nudeln dabei“, so ein junges Pärchen, „da wir beide unbegabte Köche sind, gibt es oft Nudelgerichte.“ Ein anderer Besucher hatte seine Angebetete mit einem Wildschweingericht im Blätterteigmantel erobert – symbolisch wurden zwei Spielzeugkeiler mitgebracht. Fornoff hatte den Weg zum Bäcker angetreten. „Leider gab es keine Mandelrolle mehr“, so der Geistliche, der stattdessen ein herzförmiges Gebäckstück erwarb.

Der Valentinstag wurde wie viele andere Feiertage vom Handel zu kommerziellen Zwecken entdeckt. Tatsächlich geht der Tag aller Liebenden aber auf die Sage um Bischof Valentin von Terni zurück. Er soll entgegen dem Verbot des römischen Kaisers Liebende nach christlichem Ritus getraut haben – und wurde dafür am 14. Februar 269 nach Christus geköpft. Wer sich heute in der Kirche das Ja-Wort gibt, kann dies getrost ohne Bedenken um das Wohl des Pfarrers tun.

„Bei uns gibt es nur Weight-Watchers-Gerichte“

Zum fünften Mal wurde der Valentinsgottesdienst in der evangelischen Kirche zelebriert – eine lockere Andacht, untermalt mit „modernen“ Gestaltungsmodulen. So fand Pfarrer Fornoff einen aktuellen Songtext, der die These des Abends unterstrich: „Du bist der Parmesan auf meiner Bolognese, das Sahnehäubchen auf dem Kiwieis.“

Die vielen neuen Konfirmanden waren in Liebesdingen zwar weitgehend unerfahren, hätten jedoch als Liebesbeweis Schokolade mitgebracht.

Ein Zeichen tiefer Liebe war auch die Bekenntnis einer jungen Frau zur Ernährungsphilosophie ihres Freundes: „Bei uns gibt es nur Weight-Watchers-Gerichte.“ Die werden nun in trauter Zweisamkeit genossen. Das Gläschen mit Babybrei ist hingegen ein deutliches Signal: Die Frischvermählten haben ihre Liebe inzwischen mit einem dritten Familienangehörigen gekrönt.

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