Blasmusik ganz modern

Groß-Zimmern ‐ Frisch und spritzig präsentierte sich der katholische Kirchenmusikverein (KKM) unter seinem neuen Dirigenten Thomas Martin am Samstagabend in der Halle des Sankt-Josephs-Hauses. Nach 15 Jahren Dirigententätigkeit hatte sich Heiko Launer im Spätsommer des vergangenen Jahres in den Ruhestand verabschiedet. Von Ulrike Bernauer

Dem Können und der Routine des Orchesters merkte man den Dirigentenwechsel nicht an. Lediglich am Liedgut konnten Kenner der Konzerte des KKM feststellen, dass hier wohl bei der Auswahl der Stücke ein anderer als Launer die Federführung übernommen hatte.

Zum Beginn spielten die Youngsters des Vereins auf, die Bläser-AG, die an der Geißbergschule ihre ersten Töne lernt, allerdings über dieses Stadium längst hinaus ist. Drei Stücke präsentierten die fünf Jüngsten dem Publikum und ernteten dafür kräftigen Applaus. Den bekam auch das Jugendorchester, das mit seinen vielen jungen Musikern einen ganz anderen Klangkörper bot, als die Bläser-AG. Deutlich wurde auch, dass die Mitglieder des Jugendorchesters schon sehr viel mehr Übungsstunden hinter sich haben und wesentlich routinierter spielten. Teilweise sind die Jugendlichen schon so weit, dass sie auch noch das große Orchester verstärken.

Weniger Blasmusik, dafür mehr moderne Stücke

So konnte man Tanja Neff (Klarinette), Felicitas Höptner (Tenorhorn Bariton), Daniel Knaus (Posaune), Bettina Rausch (Flöte) und Marius Jakob (Schlagzeug) in beiden Orchestern erleben.

Bestens gefiel das neue Programm den Zuschauern. Etwas weniger klassische Blasmusik, dafür mehr moderne Stücke aus Rock, Pop und Musical spielte das große Orchester. „Thomas Martin ist für diese „Modernisierung“ des Programms verantwortlich“, erklärte der Vorsitzende Gerhard Kuhr in der Pause. Für manche der Älteren war das nicht ganz so einfach, zwar haben die erwachsenen Musiker einen großen Tonumfang, aber der Rhythmus ist bei den modernen Stücken oft anders.

Dem Orchester merkte man diese Umstellungsschwierigkeit nicht an, die Stücke aus Maffays „Tabaluga“, dem „Starlight Express“ oder von Robbie Williams kamen genauso routiniert rüber, wie die klassische Blasmusik.

„Modern, flott und sehr vielseitig“

„Das ist jetzt die Musik meiner Jugend, da gibt es einen hohen Wiedererkennungseffekt“, lachte Nicole Angermeier, die in der Regel die Konzerte des KKM besucht. „Modern, flott und sehr vielseitig“, fand die Schulleiterin der Geißbergschule, Angelika Klimt, die sich freut, ihre Bläser-AG mal auf so großer Bühne zu sehen, das Konzert.

Auch dem Ehepaar Neff gefällt das Konzert mit der neuen Ausrichtung gut, auch wenn Ehemann Wilfried gesteht, „so zwischendurch eine Polka würde mir gut gefallen“. Ganz klassische Blasmusik gibt es bei der Zugabe, die sich das Publikum durch begeistertes Klatschen wahrlich verdient hat, mit dem Fliegermarsch und dem Stück „Auf der Vogelwiese“.

Einen ordentlichen Swing legte der KKM mit „Let’s do the Jive“ bei seinem Frühjahrskonzert hin (Bild oben). Trompeten im Gleichklang marsch (Foto links).Fotos: bea

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