Blitz und Donner am wolkenlosen Himmel

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Freudig eine Runde schunkeln zur Musik der Bermänner.

Groß-Zimmern - „Wir wollen nicht, dass die Schnaken unsere Gäste stechen“, sagt der Angler und deutet hinter den vorderen Teich. „Da hinten gibt es am meisten von den Quälgeistern, deshalb haben wir da das Küchenzelt hingestellt“. +++Fotostrecke+++Von Ulrike Bernauer

Das ist durch eine Plane an der Rückseite geschützt und hindert die Sommerplagegeister daran, über die Küchenmannschaft herzufallen. Dicht gedrängt stehen und sitzen die zahlreichen Gäste des Fischerfestes am Samstagabend. Sie genießen den lauschigen Sommerabend mit dem Blick auf die Teiche und die Evergreens, gespielt von den Bermännern - diesmal ohne ihre Angie. Noch mehr Bänke und Tische aufzustellen war aus Platzgründen nicht möglich, aber die Zimmerner freuen sich über das Fest und kommen ihrem Nachbarn gerne mal ein bisschen nahe.

Impressionen vom Fischerfest 2009

Gelungenes Fischerfest

Inzwischen ist es dunkel geworden und so richtig voll zwischen den zwei Teichen. Die Bedienungen haben große Mühe, sich durch das Gedränge zu schieben und der Fisch ist fast ausverkauft. „Für morgen können wir wieder neuen holen“, heißt es und für die Hungrigen am Samstag gibt es ja noch Steaks oder Würstchen, außerdem gibt es auch noch Fischbrötchen, die in rauen Mengen in den Mägen verschwinden.

Angezündet - und ab geht das Feuerwerk.

Ein bunter Blitz zuckt über das Gelände und gleichzeitig ein Donner. Nein - bei sternklarem Himmel ist das kein Gewitter, sondern das Feuerwerk hat begonnen. Alle Augen wenden sich zum Himmel und die Gäste bewundern die glitzernden Lichter, die am dunklen Nachthimmel erleuchten. Von beiden Ufern des hinteren Teiches schießen die Feuerwerker Holger Kreisel und Rolf Daab die Leuchtkörper in rascher Folge und fast synchron in die Luft. Über 200 Raketen steigen in den Himmel und werden eifrig beklatscht. „Seit bestimmt 15 Jahren lassen wir das Feuerwerk steigen“, sagt Kreisel, denkt nach und berichtigt dann: „Eigentlich seit es das Fischerfest gibt“.

Am Freitagabend war die Eröffnung des beliebten Festes des Anglervereins mit dem Bieranstich. Bürgermeister Achim Grimm stand bereit und spendierte zu seinem Geburtstag sogar das erste Fass.

Der Vorsitzende Dieter Langer konnte wieder zahlreiche Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft ehren. Seit 45 Jahren sind Herbert Sproß, Heinz Reitzel, Hans Hofmann, Richard Hechler und Dieter Bickert bei den Anglern dabei. „Mein Vater war schon dabei“, sagt Reitzel, „deshalb bin ich auch eingetreten“. Reitzel hat sich aus beruflichen Gründen ein wenig von der aktiven Angelei zurückgezogen. „Wenn es etwas zu arbeiten gibt, ist er allerdings immer da“, sagt Langer.

Auch diejenigen, die am arbeiten waren, hatte ihren Spaß beim Fischerfest.

Das gilt auch für die anderen Jubilare, Hofmann beispielsweise war im Vorstand aktiv. „Richard Hechler ist der Arbeitsmotor des Vereins“, berichtet Langer: „Er erledigt für uns die Bausachen und war federführend beim Ausbau des Arbeitsraumes dabei“. Dieter Bickert war selber schon Vorsitzender und Pressewart. Er setzte sich für die Belange des Anglervereins auch über die Grenzen Groß-Zimmerns ein. Zudem war er im Landesverband der hessischen Sportfischer und in der Interessengemeinschaft Gersprenz (IGG). Und auch der Nachwuchs kennt ihn, denn Ausbilder für die staatliche Fischereiprüfung ist Bickert heute noch. Für 35 Jahre wurden geehrt: Hans Wucherpfennig, Manfred Jung und Michael Hotz. Seit 30 Jahren sind Holger Kreisel, Reinhard Mangold, Horst Kopp und Romano Haus dabei. Mangold war lange zweiter Vorsitzender des Vereins und viele Jahre Vorsitzender der IGG, sowie Vizepräsident des Landesverbandes. Holger Kreisel setzt sich in erster Linie für die Pflege der Anlage ein.

Drei Jubilare gibt es auch noch, die 20 Jahre Mitgliedschaft verzeichnen können und für 15 Jahre konnte Langer gleich elf Mitglieder ehren. Den Fischerkönig ehrt Langer am Samstagabend vor großem Publikum kurz vor dem Feuerwerk. „Wir haben ein Punktesystem, in das nicht nur die Angelerfolge einfließen, sondern auch die Leistungen innerhalb und für den Verein“, sagt Langer und ruft zuerst Martin Adolf nach vorne. Adolf ist der jugendliche König und bekommt vom Vorsitzenden eine Medaille umgehängt. Fischerkönig der Erwachsenen wird Günter Lutz, der schon länger dem Verein verbunden, aber erst seit zwei Jahren Mitglied ist. Er freut sich über die Auszeichnung und eilt dann sogleich zurück zu seinem Grillstand. Für die Steaks ist er an diesem Abend zuständig und er macht Späße mit seinen beiden Grillmeisterkollegen. Dieter Gaab steht an der Wurst und David Osinski ist für den Fisch zuständig. Von den Schnaken haben die drei glücklicherweise noch keinen Besuch erhalten und die große Hitze ist inzwischen auch vorbei. „Und was wir ausgeschwitzt haben, das trinken wir halt wieder“, sagt Gaab und lachend sein Glas.

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