Verkehrsberuhigende Maßnahmen an den Ortseinfahrten

Bald vier stationäre Blitzer

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Bald überwachen hier Blitzer die Geschwindigkeit.

Groß-Zimmern - Anwohner der Reinheimer Straße haben Bürgermeister Achim Grimm vor einiger Zeit eine Unterschriftenliste überreicht und gefordert, die zulässige Geschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt möglichst auf Tempo-30 zu begrenzen.

In der Gemeindevertretersitzung wollte die SPD-Fraktion wissen, ob nun tatsächlich „Blitzer“ aufgestellt werden sollen, obwohl das Gremium vor wenigen Jahren die feste Installation von Geschindigkeitsmessstellen aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt hat.

„Die Belastungen der Anwohner im Bereich von Ortseinfahrten beginnen werktags ab fünf Uhr und reichen bis in die Abendstunden“, beschrieb Grimm das Problem. Deshalb habe der Gemeindevorstand beschlossen, vier stationäre Blitzer zu installieren. Die Belastungen in der Spitzenstunde liegen in der Reinheimer Straße bei 889 Fahrzeugen, in der Bertha-von-Suttner-Straße bei 1438 Fahrzeugen. Dies ergab eine Verkehrszählung 2013 im Zusammenhang mit der Beauftragung eines Verkehrsent-wicklungsplanes durch die Gemeinde. Eine Untersuchung des Landkreises prognostiziert eine weitere Zunahme des Durchgangsverkehrs von etwa 4 400 Fahrzeugen täglich durch die Eröffnung der Reinheimer Umgehung.

Ein Blitzer für jede Spur

Die Einrichtung der stationären Geschwindigkeitsmesseinrichtungen soll im Zuge der Ortseinfahrten der Landesstraße 3114 aus Richtung Dieburg und Spachbrücken erfolgen. Jeweils ein Blitzer wird eine Spur überwachen - und soll dafür sorgen, dass in diesen Bereichen die Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern eingehalten wird. Für ein Herabsetzen des zulässigen Tempos für die gesamte Ortsdurchfahrt auf die von anwohnern gewünschten 30 Stundenkilometer hätten die Kreisverkehrsbehörde und Hessen Mobil bereits ihre Ablehnung signalisiert.

Standorte der Blitzer sollen aus Richtung Spachbrücken auf Höhe der Reinheimer Straße 98 sein und in Richtung Spachbrücken an der Reinheimer Straße 77, beide Male in einem Pflanzbeet. Von Dieburg kommend sollen Blitzer vor der ersten Einmündung in den Nordring, und in Richtung Dieburg auf dem Bürgersteig vor dem Grundstück Bertha-von-Suttner-Straße 77 stehen. Ein privater Dienstleister soll die Anlagen errichten. Der übernimmt kostenlos die Installation und Inbetriebnahme, Datenauslese, Konvertierung zur Schnittstelle, Überleitung und Auswertung, Eichung, Wartung, Reparatur, Versicherung und Instandsetzung bei Vandalismus. Für die Gemeinde entstehen lediglich einmalig Kosten für den Stromanschluss.

Kostendeckung bei drei bis fünf Verstößen täglich

Die monatlichen Kosten betragen regelmäßig 5 688,20 Euro Grundmiete zusätzlich einer Fallpauschale von 1,49 Euro. Bei kalkulierten Einnahmen eines Verwarnungsgeldes von durchschnittlich 13,50 Euro (15 Euro abzüglich der Fallpauschale) wären monatlich etwa 105 Verstöße erforderlich, um die Kosten der Säulen zu decken. Eine Summe, die einer täglichen Erfassung von drei bis fünf Überschreitungen entspricht.

Kritisch merkten einige Kommunalpolitiker an, dass es wohl wesentlich mehr Verstöße geben wird. Sie sehen die Maßnahme nicht nur als wohlwollenden Versuch der Verkehrsberuhigung, sondern auch als einen Ausgleich für den Verlust der Messstation an der B 26. Der Wegfall dieser Einnahmen hat nämlich eine deutliche Lücke hinterlassen.

guf

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