Weltfairänderer-Projekt an der ASS

Botschaft für eine bessere Welt

Groß-Zimmern  - Nicht nur 99, sondern über 800 Luftballons entschwebten in dieser Woche in den Himmel über Groß-Zimmern. Bunte Botschafter für eine bessere Welt ohne Ausbeutung, Kinderarbeit, Hunger und Armut.

800 junge „Weltveränderer“  – die gesamte Schülerschaft der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) - schickten mehr als 800 Ballons auf Reisen. Sie ließen sich im Weltfairänderer-Projekt der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) eine Woche lang schulen, informieren und zu nachhaltigem Handeln inspirieren. Nachmittags öffnete sich die kleine Zeltstadt der katholischen Jugend neben der Schweitzer-Schule für die Öffentlichkeit, interessierte Menschen und kirchliche Gruppen.

„Unser Ziel ist es nicht, ein schlechtes Gewissen zu machen, sondern zu sensibilisieren und Wege aufzuzeigen, wie man die Welt im eigenen Umfeld fairer machen kann“, sagte Sascha Zink, Leiter des Projektes, das drei bis vier Mal im Jahr in Camps vor Ort unmittelbar den Kontakt zu Menschen aufbaut. Ganz pragmatisch, spielerisch, ohne erhobenen Zeigefinger.

Kinder müssen für den Lebensunterhalt arbeiten

Mit dem Wissensquiz „Eins, zwei oder drei?“ gelang es an diesem Morgen, die Teenies der 7R a zu mobilisieren. Wieviele Kilometer ein Apfel von Neuseeland bis nach Groß-Zimmern wohl zurücklegt? Wieviele Liter Wasser nötig sind, um ein Kilo Zucker zu produzieren? Hier wurde spielerisch angeregt, über soziale, ökologische und ökonomische Verflechtungen nachzudenken. „190 Millionen Kinder arbeiten täglich, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen! Das hätte ich nicht gedacht“, sagte Siebtklässlerin Monja verblüfft. Mitschüler Luc hatte mehr Hintergrundwissen: „An den 100 Euro teuren Nike-Schuhen verdient das Unternehmen 88 Euro.“ Nur ein Bruchteil verbleibe im Erzeugerland.

Ein begeisterter Tumult von der draußen positionierten Torwand überlagerte kurzfristig die Aktion unter der Zeltplane. Für 20 Cent durften Jugendliche den Ball ins Tor befördern – ein Projekt, mit dem auch der Bogen zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien gespannt wurde. Unweit der derzeitigen Residenz der deutschen Nationalmannschaft in Salvador de Bahia wird im Armenviertel versucht, Kindern die Chance zu geben, eine Schule zu besuchen. „Für 20 Cent kann ein Frühstück für ein Kind bezahlt werden“, sagte Dekanatsjugendreferentin Sibylle Kunze.

Weltfair-Änderer-Projekt gibt es seit vier Jahren

Das Weltfair-Änderer-Projekt gibt es seit über vier Jahren – es hat auch schon Nachahmer gefunden. Jährlich werden zehn bis 15 000 Jugendliche in Süddeutschland erreicht. Kirchenintern hat die Nachhaltigkeitsaktion ebenfalls positive Effekte: Das gemeinsame ehrenamtliche Wirken junger Christen, „die für ihren Glauben, diese Begegnung möglich machen“, sagte Johann Berger, Jugendpfarrer der Diözese, begeistert.

Inspiriert wurde die Zimmerner Aktion von der Katholischen Dekanatsjugend, die das Projekt in ihre Heimat holte. Carola Hiemstra und Matthias Göbel aus dem BDKJ-Dekanatsvorstand suchten auch nach dem geeigneten Kooperationspartner. „Der ASS-Schulleiter Helmut Buch hat uns alle Türen aufgemacht“, lobte das Team die Aufgeschlossenheit der Gesamtschulleitung.

Auch, wenn das Projekt vordergründig nicht mit der Vermittlung von Bibelinhalten zu tun hat, finde sich doch hier alles wieder, was sich mit Kirche und Glauben deckt. „Es ist eine tolle Art und Weise, Bibelinhalte zu vermitteln, denn Fairness, Gerechtigkeit und der Respekt vor der Schöpfung, all das findet sich hier wieder“, so der Jugendpfarrer Berger. Die Botschafter des Weltfairändererprojekt reisen für ihre Mission, campieren im Zelt, arbeiten ehrenamtlich oder gegen Aufwandsentschädigung. Finanziert wird der Besuch von der Diözese.

Weitere Informationen zum UNESCO-prämierten Projekt finden sich auf www.weltfairaenderer.de

(ula)

Rubriklistenbild: © dpa

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