Brand in Radwerkstatt

Schwarz vom Rauch sind die Fahrräder in der Werkstatt von Janek Gola (oben). Mit Atemschutzmasken gingen die Feuerwehrleute vor. Fotos: sr

Groß-Zimmern (guf) - „Ich kam gerade vom Bäcker, als ich in der Ferne Rauch aufsteigen sah“, berichtet Janek Gola. Dass seine eigene Fahrradwerkstatt in der Robert-Koch-Straße brannte, merkte er erst, als er fast zu Hause war und die Rettungssanitäter vor Ort antraf.

„Ein Feuer kommt sicher immer ungelegen. Aber vor Weihnachten ist es wohl doppelt schlimm“, so Gola. Als sein Werkstatt-Meister Dominik Mai am Dienstagmittag im Geschäftsgebäude den Firmendrucker benutzen wollte, bemerkte er Rauch in der Halle. Er und sein Kollege Julian Eisel, ehrenamtlicher Feuerwehrmann, erkannten die Gefahr sofort und benachrichtigten die Einsatzkräfte.

Die Wehren aus Groß- und Klein-Zimmern trafen umgehend gegen 12.15 Uhr ein und konnten das Feuer, das sich bereits auf weitere Teile der etwa 600 Quadratmeter großen Halle ausgebreitet hatte, rasch unter Kontrolle bringen. Dabei kamen zwei C-Rohre zunächst im Außen- und dann im Innenangriff zum Einsatz. Ebenfalls unter schwerem Atemschutz wurden anschließend Glutnester gelöscht sowie Brandgut aus der Halle gebracht.

„Wegen der hohen Rauchsäule sowie der tagsüber dünnen Personaldecke wurde während der Anfahrt Sirenenalarm ausgelöst und zur Unterstützung die Feuerwehr Dieburg alarmiert, die jedoch nicht mehr eingreifen musste“, so Feuerwehr-Pressesprecher Tobias Lang. Am Nachmittag folgte noch eine Kontrolle der Brandstelle.

Nach ersten Schätzungen entstand ein Gesamtschaden von etwa 180 000 Euro. Die Kriminalpolizei hat umgehend die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

„Was ich bisher von den Behörden gehört habe, hat mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein technischer Defekt im Büro der Werkhalle den Brand ausgelöst“, beschreibt Gola. Das bestätigte gestern auch die Polizei. „Ich selber bin erst nach Abschluss der Untersuchungen hinein gegangen. Der Schreck sitzt ganz schön tief“, sagt er nach einer schlaflosen Nacht.

Die Scheiben der Werkstatt sind zerplatzt, das Dach wurde gleich am Mittwoch notdürftig abgedeckt. Am Freitag kommt ein Versicherungsbeauftragter, „erst danach wird sich zeigen, was tatsächlich noch verwertbar ist“, so Gola.

Viele Kunden und Bekannte haben sich bereits bei ihm gemeldet und wollen wissen, wie es weiter geht. Einige fragen nach, ob sie durch einen Spontankauf eventuell weiterhelfen könnten. „Wir werden jedoch nur absolut betriebsbereite Räder verkaufen“, betont Gola.

Als erstes ist er nun damit beschäftigt, ein Zwischenlager zu finden. Die Halle kann nur saniert werden, wenn sie leer steht. Dann müssen alle Räder geputzt werden.

„Trotzdem muss zu Weihnachten auch Zeit für die Familie bleiben“, meint Gola und betont: „Ich danke den Einsatzkräften für die schnelle und gute Arbeit!“

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