Brille ging auf Tauchstation

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Die Zimmerner Nationalhymne durfte nach dem Taufakt natürlich nicht fehlen.

Groß-Zimmern - „So kalt ist es“, sagt Kerbvadder Andrè Bechthold und lässt zwischen Zeigefinger und Daumen anderthalb Zentimeter. Der Kerbvadder der Kerb 2006 ist der erste, der ins doch relativ kalte Wasser der Gersprenz gestiegen ist. +++Fotostrecke+++Von Ulrike Bernauer

Die Kerbborschte, beziehungsweise die, die es noch werden wollen, stehen noch relativ trocken (eine kleine Bierdusche haben sie schon hinter sich) am Ufer und betrachten die Angelegenheit mit eher skeptischen Blicken.

Impressionen von der Kerbtaufe

Taufe der Kerbborschte

Der Himmel ist bewölkt und so richtig warm ist es auch nicht, also nicht ganz das richtige Wetter für die Taufe der Kerbborschten. Der Kerbpfarrer Thomas Henning und Mundschenk Sebastian Hofmann fassen sich ein Herz und gesellen sich zum Kerbvadder 2006 und dann gibt es auch für die zukünftigen Kerbborschte kein Halten mehr. Sie stürzen sich in die braunen Fluten mit viel Gespritze und Geschrei, so dass sich die eigentliche Taufe fast erübrigt. „Es ist wie alle Jahr, wir alle sind heute zum Taufen da, im heilig Gersprenzwasser da taucht er gleich ein, dann werdet ihr richtige Kerbborschte sein“, deklamiert Kerbpfarrer Henning.

Zögerlich kommt dann der erste Täufling und wird mit dem Kopf unter Wasser gedrückt. Die anderen Aspiranten schauen gespannt zu und begrüßen jeden Wiederauftauchenden mit Gegröle.

Dicht gesäumt war das Ufer der Gersprenz bei der Kerbtaufe.

Silas Frank taucht mit Brille unter, aber ohne wieder auf und Christian Novak stellt nach dem erfrischenden Bad fest, dass er sein Portemonnaie in der Hosen hatte. Personalausweis, Führerschein, Blutspendepass und Schülerausweis sind also gleich mitgetauft. Aber sonst macht das Bad in der Gersprenz den Täuflingen viel Spaß, einige können gar nicht genug bekommen und stürzen sich nach der Taufe noch mal ins braune Gewässer. Umringt sind die Täuflinge wieder von einem begeisterten Publikum, das sich an dem Schauspiel ergötzt aber wohl nicht unbedingt tauschen möchte. Ein ganz besonderer Zuschauer ist am gegenüberliegenden Ufer zu sehen. Eine Gans betrachtet diese merkwürdigen Wasserbewohner lange Zeit und lässt ab und zu einen Missfallensschrei ob dieser Konkurrenten im Wasser hören.

So lange gibt es die Kerbborschten-Taufe noch gar nicht. Die ersten, die einfach mal zum Jux ins Gersprenzwasser gingen, waren wohl die Kerbborschte 1997. „Wir hatten beim Umzug 2000 das Thema Baywatch“, erzählt Marc Pullmann, „und beschlossen danach in die Gersprenz zu gehen“. Das erste Mal, dass ganz offiziell Kerbborschte getauft wurden, war wohl 2003, aber so ganz sicher ist sich da keiner. Auf jeden Fall spielte auch das Lied über den Zimmerner Bub eine Rolle, den so schnell nichts umbringt, wenn er einmal im Gersprenzwasser war.

Jan Pullmann (Kerb 2006) überreicht seinem Täufling Frederick die Taufurkunde und lässt sich vom Täufling noch mal herzlich drücken, damit er vom Gersprenzwasser auch was hat.

Für die Täuflinge geht es jetzt erst mal darum, trocken zu werden, glücklicherweise scheint mittlerweile die Sonne kräftig, und sich dann für den Abend zu stärken. „Dann wird zusammen einer getrunken und der Pate muss auf den Täufling aufpassen“, sagt Oliver Hirsch.

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