Brücke soll in Ausbildung führen

Helmut Buch (rechts), Leiter der Albert-Schweitzer-Schule in Groß-Zimmern, und Koordinator Werner Kreher bei der Vertragsunterzeichnung zur neuen Zusammenarbeit dabei. Foto: Dörr

Groß-Zimmern/Dieburg - Ehrenamtliche Paten sollen fortan Haupt- und Realschüler der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in Groß-Zimmern sowie der Goetheschule (GS) Dieburg begleiten. An der Gesamtschule setzt man sich intensiv für die Berufsfindung ein. Von Jens Dörr

Seit geraumer Zeit gibt es hier das von Jugendpfleger Tom Hicking sowie Haupt- und Realschulleiterin Ingeborg Klages betreute Projekt „Fit fürs Leben, fit für den Beruf“. Im Rahmen der Aktion „Jugend und Zukunft“ unterstützen zudem engagierte Bürger die Schüler bei der Berufsfindung.

ASS- Schulleiter Helmut Buch unterschrieb darüber hinaus nun einen Kooperationsvertrag mit der bundesweiten Initiative „Arbeit durch Management / Patenmodell“, deren Träger das Diakonische Werk ist. Der Name des Projekts, bei dem Bürger Schülerpatenschaften übernehmen und sie in ihren letzten Schuljahren vor dem Abschluss begleiten und unterstützen können, lautet „Ausbildungsbrücke“.

Als Koordinator für Groß-Zimmern wurde Werner Kreher gewonnen. In der Münsterer Aue-Schule (Koordinator: Gerhard Rosskopf) und der Goetheschule in Dieburg (Koordinator: Uwe Hauschild) gibt es die Kooperation ebenfalls. „Manches Elternteil wünscht sich durchaus auch mal eine harte Hand“, sagt Kreher aus Erfahrung. Wobei es in erster Linie nicht darum geht, dass die Paten „ihrem“ Schüler mit Strenge begegnen. Vielmehr ist der Hintergedanke, dass auch diejenigen Schüler unterstützt werden, deren Eltern das aus diversen Gründen nicht tun (können).

Prophet im eigenen Hause gilt wenig

Bekanntlich gilt der Prophet im eigenen Hause wenig – einer arrivierten, nicht verwandten Persönlichkeit könnten sich auch schwierigere Jugendliche respektvoll und zielführend anvertrauen.

Kreher umreißt das Projekt wie folgt: „Die Schülerpaten begleiten die Jugendlichen über mehrere Jahre hinweg, wobei sie bei Bedarf auf die fachliche Unterstützung von ehrenamtlichen Nachhilfelehrern zurückgreifen können. Für die Schüler entstehen keine Kosten.“ Die Hilfe könne von jedem geleistet werden, keineswegs nur von ehemaligen Führungskräften. Entscheidend sei die Freude daran, eigenes profundes Wissen an andere weiterzugeben. Auch Ruheständler seien herzlich willkommen.

Schulleiter Buch ist von der Kooperation mit der „Ausbildungsbrücke“ ebenfalls überzeugt. Die Paten sollen wertvolle Hilfestellung bei Berufsorientierung und Bewerbungs-Training leisten. Ist der Schulabschluss geschafft und auch die Ausbildungsstelle erreicht, sollen die Paten nach Vorstellung der Diakonie auch während dieses Lebensabschnitts an der Seite der Jugendlichen stehen.

Im Namen des ASS-Netzwerkes „Fit fürs Leben - Fit in den Beruf“ lädt Klages Paten, Schüler, Eltern, Lehrer und Interessierte zum Treffen für Montag, 5. Dezember, um 19 Uhr ins Jugendzentrum Groß-Zimmern ein.

Die Eltern werden stets aktiv einbezogen, sofern das möglich und gewünscht ist. Sie sind neben den Schülern selbst auch die Adressaten, sich zu überlegen, ob eine solche Patenschaft den Schulabschluss verbessern und die Ausbildungssuche erfreulicher und schneller gestalten könnte. Gerade letztere kann sich frustrierend in die Länge ziehen, wenn der Schulabschluss nicht allzu gut war. Die Paten stehen aufmunternd zur Seite, sollte der Kopf einmal nach unten gehen. Überdies sind die Paten, die in der Regel selbst sehr gut in der Wirtschaft verankert sind oder waren, auch unmittelbare Türöffner: Praktika und Ausbildungsplätze für den individuellen Fall können leichter angebahnt werden als ohne Pate – das gelte laut Diakonie auch für diegesamte Region, wo man sich derzeit mit vielen Institutionen und Ansprechpartner verknüpfe.

Die ehrenamtlichen Paten sind bei ihrer Tätigkeit unfall-, haftpflicht- und rechtschutzversichert. Erfahrungsgemäß liege der durchschnittliche Zeitaufwand bei ein bis zwei Stunden pro Woche, heißt es seitens der Diakonie. Kreher will die „Ausbildungsbrücke“ für Groß-Zimmern nach vorne bringen – doch dafür braucht es weitere Paten aus verschiedenen Branchen, Geschlechts und Altersgruppen.

Wer nähere Infos möchte oder Kontakt zu Paten sucht, der kann sich an Ingeborg Klages wenden unter Tel.:  41112 oder per Mail an: i.klages@ass-gross-zimmern.de. oder auf der Website nachschauen.

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