Zum Brüllen komisch

Groß-Zimmern (bea) ‐ Zum Brüllen komisch fanden die Besucherinnen der Altweiberfastnacht am Donnerstag im Pfarrzentrum den Vortrag von Elfriede Burger. „Urlaub in der Schweiz“ hatte die „Fraa von der Bäch“ mit ihrer Familie gemacht.

Ihre Erlebnisse vom Erklimmen des Matterhorns („Opa, die Oma hängt unten im Gletscher“, „was kümmert das mich, lasst sie hängen, da bleibt sie frisch“) bis zum gemeinsamen Fondue, bei dem das Fleisch von Opas im Kessel verlorenem Gebiss gar gekaut wird, erzählte die Fastnachterin zur großen Freude ihrer Zuhörerinnen. Nicht nur Burger entzückte die zahlreichen Weiber, die sich zu ihrer Fastnacht närrisch ausstaffiert hatten. Christel Sänger, „die Fraa vom annern Gickel“ verabschiedeten die Frauen allerdings mit Wehmut. Die evangelische „Sängerin“ verkündete nämlich ihren Abschied aus der Bütt nach 30 heiteren Jahren. Zahlreiche Taschen- und Halstücher wurden gezückt und zusammen das letzte gemeinsame Fastnachtslied gesungen.

Nicht nur mit ihrer Rede glänzte Katharina Fischer, die im letzten Jahr die Zuschauerinnen mit ihrem permanent verrutschenden Schnurrbart vor Lachen zum Weinen gebracht hatte. Diesmal kam sie im denkbar knappen Kleid als Miss World und pries eifrig ihre körperlichen Vorzüge. Aber auch von den Beschwernissen der Vorbereitungszeit erzählte die Miss World, „beim Obsttag hab ich gehungert, die Zitrone hat mich auf einen Meter und zwanzig zusammengezogen“.

Auch einige Narren unter den Weibern

Die weite Welt des Fernsehens brachte Rosemarie Busch-Maiwald ins Zimmerner Pfarrzentrum. Vom „ersten Infoformat voll Power und Saft“ schwärmte die Kirchenfrau, „die frohe Botschaft kam nicht über Schüssel oder Kabel, sondern mit Zunge und Feuer“. Auch aktuellen Zeiten wandte sich Busch-Maiwald zu: „Unser Kirchenoberer, jetzt bringt er ne Sendung auf Latein, da wird sich unsere Jugend freun. Die Frauen in unserer Kirchen-Hierarchie gibt’s nur als Statisten, doch nicht in der Regie“.

Zum Brüllen komisch: Altweiberfastnacht sorgt für Riesenstimmung

Von den Freuden, oder eher Qualen, eines Strohwitwers berichtete Esther Herbert. Sandra und Tanja Ihring erfreuten das närrische Volk als Bänkelsänger und Liesel Röhrig glänzte in ihrer Büttenrede als Tochter. Einen Renner der Pfarrfastnacht konnten die Närrinnen, unter die sich auch ein paar Narren gewagt hatten, ebenfalls sehen und hören. Hermann und Amanda, alias Pfarrer Christian Rauch und Elke Thill, berichteten über ihre Erlebnisse bei einem indischen Ayurveda-Urlaub.

Tanzgarde begeistert auch das Auge

Natürlich gab es bei der Weiberfastnacht nicht nur ordentlich was auf die Ohren, für Augenschmaus war auch gesorgt.

Zum Auftakt der närrischen Sitzung begeisterte die Gardetanzgruppe des Turnvereins. Hoch schwangen die Frauen in schöner Eintracht die Beine und damit auch die hinteren Ränge das schicke Kostüm in voller Pracht sehen konnten, hoben die Tänzerinnen ab und zu eine der ihren hoch über ihre Köpfe.

Weiber gehorchen Polonaise-Befehl

Begeisterungsstürme ernteten zwei weitere Tanzgruppen. Die Elfchen „mit ihren Körperchen, so grazil und elegant“ ernteten mit ihrem Football-Cheerleader-Tanz wie zuvor bereits bei der Pfarrfastnacht donnernden Applaus. Ganz zum Schluss gaben sich die „Huppdohlen“ die Ehre und erzählten neben ihrem Tanz gleich eine ganze Geschichte. Viele Mäuse gaben sich die Ehre, die Orgel spielte eine wesentliche Rolle und vielen Närrinnen trieb das Geschehen im Pfarrzentrum die Lachtränen ins Gesicht.

Äußerst kundig und vor Witz sprühend führte Rosemarie Busch-Maiwald mit ihrem Zauberstab durchs Programm. Gerhard Kuhr sorgte mit seiner Musik dafür, dass auch andere als die Lachmuskeln etwas zu tun bekamen. „Auf und Nieder“ sang er den Damen vor oder leitete sie mit einer Polonaise durchs halbe Pfarrzentrum - und die Weiber gehorchten gern.

Rubriklistenbild: © Bernauer

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