Buchstaben-Rap: Du gehörst zu uns

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Schultüten fast so groß wie die Kinder. Diese Erstklässler freuen sich auf ihre Zeit in der Schule im Angelgarten.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Kewwe Okpoji freut sich auf die Schule. Eine große Schultüte im Arm marschiert der Sechsjährige in Begleitung seines Vaters auf den Eingang der Schule im Angelgarten (SiA) zu. Als einer von insgesamt 121 Erstklässlern in Zimmern wird er eingeschult.

Nicht nur an der SiA geht es am Dienstag für die Kleinen los, auch in der Friedens- und der Geißbergschule sind aufgeregte Kinder mit ihren Eltern und oft noch anderen Verwandten unterwegs. Großes Gedränge herrscht im Foyer der SiA. „Wir haben für solche Ereignisse einfach nicht genug Platz“, stöhnt eine Lehrerin. Die Erstklässler haben den Ehrenplatz ganz vorne und Schulleiterin Martina Goßmann versucht, den bedeutsamen ersten Schultag so angenehm wie möglich zu gestalten. Suchende Blicke gibt es von vielen Kindern nach hinten, dorthin wo die Eltern oder auch Geschwister sitzen.

Strahlende Gesichter gibt es bei so manchem Schulanfänger, als die Drittklässler auf die Bühne kommen, denn auch hier entdecken sie den ein oder anderen Bekannten. „Du gehörst zu uns, wir gehören zu dir“, singen die etwas größeren Schüler der beiden dritten Klassen und streuen viele Buchstaben in ihren Konfetti-Rap.

Die Igel-Gruppe ist auch ganz gut

Konzentriert verfolgen die Neuen, was die Drittklässler ihnen zur Begrüßung vorführen.

Dass die „Neuen“ gut zugehört haben, stellt die Schulleiterin gleich fest. Ein I, ein A, ein Zett, sogar ein Ypsilon und viele andere Buchstaben haben sie erkannt. „Richtig schlaue Schüler bekommen wir neu in die Schule“, staunt Goßmann. Dass die meisten dabei ganz schön aufgeregt sind, erfährt die Lehrerin auch. „Ich habe so ein komisches ich-komme-heute-in-die-Schule-Gefühl im Bauch“, sagt Deren Kalay ins Mikrofon. Kewwe Okpoji, der sich sehr auf die Schule freut, ist enttäuscht, weil er nicht in die Fuchs-Klasse kommt. „Ich will auch da rein“, sagt er. Doch seine Miene hellt sich auf als er sieht, wer alles für die Igel-Gruppe aufgerufen wird, in die auch er künftig gehen wird. „Wir versuchen bei der Klasseneinteilung nach Möglichkeit Freundschaften unter den Kindern zu berücksichtigen“, erklärt eine Lehrerin. Nicht nur Kewwe ist froh, Freunde in seiner Klasse zu haben. Mike Möckel freut sich für seinen Sohn Felix, der ist nämlich mit etwas gemischten Gefühlen zu seinem ersten Schultag gekommen. „Jetzt, wo er sieht, dass auch seine Freunde in dieselbe Klasse gehen, ist alles geritzt“, sagt Möckel. Er war genauso aufgeregt wie seine beiden Erstklässler, denn er brachte nicht nur Felix, sondern auch dessen Zwillingsschwester Noelle zum ersten Mal in die Schule. Noelle hatte sich allerdings sehr auf ihren ersten Schultag gefreut. „Ich habe ihr erzählt, dass sie bald alle Bücher selbst lesen kann, da war für sie ganz klar, dass sie unbedingt in die Schule will“, sagt der Vater.

Vorbereitung auf die Schule schon im Kindergarten

Auch für Monika Michalski ist der erste Schultag ihres Sohnes Adrian aufregend. „Mein Ältester ist schon 18 Jahre, da ist das schon lange her. Adrian hat sich auf die Schule gefreut. Wenn das nicht so gewesen wäre, hätte ich mit der Einschulung noch ein Jahr gewartet“. Monika Michalski ist selbst erst mit acht Jahren eingeschult worden. Das war damals in Ostpreußen noch so. Die Entwicklung ihres jüngsten Sohnes sieht sie zuversichtlich, „Adrian ist neugierig und lernt schnell. Kontakt zu anderen Kindern findet er leicht.“ Sehr froh ist sie vor allen Dingen, dass sie für Adrian noch einen Platz in der Mittagsbetreuung bis 16 Uhr bekommen haben. „Wir sind beide berufstätig und ich arbeite im Schichtdienst.“

Leila und Hüsenyin Kendirzi haben schon einen Sohn in der SiA. Sahin war unter den Drittklässlern, die den Schulanfängern etwas vorsangen. Deswegen findet das Elternpaar die Einschulung ihrer Tochter Meliha nicht ganz so beunruhigend. „Sehr schön hat die Schulleiterin unsere Kinder empfangen“, sagt Leila Kendirzi. Ihre Tochter freut sich auf den Unterricht und hat von ihrem älteren Bruder schon einiges gelernt. „Sie kann bereits das ganze Alphabet und bis 20 zählen“, sagt Hüsenyin Kendirzi. Gut auf den Schulanfang vorbereitet wurde Meliha durch die Erzieherinnen im Kindergarten Nordring, von dessen Konzept die Eltern begeistert sind. „Wir haben sie nicht getrimmt, das übt nur Druck aus“, erklären die Eltern, die sich auf eine schöne Schulzeit für ihre Tochter freuen.

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