Bücherwürmer entführen in die Kultur des Morgenlandes

Spannende Reise in den Orient

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Die Bauchtanzgruppe Salama sorgte für den festlichen Rahmen.

Groß-Zimmern - Geschichte und Kultur des Morgenlandes sind faszinierend. Große Märchen und spannende Erzählungen stammen aus dem Gebiet des Orients. Sein kultureller Schatz ist beachtlich. Von Sebastian Kniza

Was liegt da näher, als die Schatzkiste der Geschichten und Sagen zu öffnen und so auch den Menschen des Abendlandes zugänglich zu machen? Mit ihrer letzten Veranstaltung in diesem Jahr unter dem Titel „Geschichten aus 2013 Nächten – Was würde Scheherezade heute ihrem König erzählen?“ haben die Zimmner Bücherwürmer am Freitag einen ganzen Abend den Geschichten aus dem Orient gewidmet.

Der große Saal im Glöckelchen verwandelte sich dabei in den Palast des Kalifen Harun ar-Raschid. Inmitten des Palastes empfingen die Hakawatis (arabische Märchenerzähler) Ayasha (Ira Drewitz), Alima (Martina Emmerich), Kalila (Sabrina Faber) und Madani (Hans-Josef Rautenberg) ihre Gäste.

Die Vielfalt der Geschichten und Märchen sind großartig. Von traditionellen und alten Erzählungen aus dem Orient, von den Irrungen und Wirrungen der Beziehungswelt zwischen Männern und Frauen und der gegenwärtigen Alltagswelt mit ihren Sorgen und Problemen handeln die Geschichten.

Die Märchenerzähler aus 2013 Nächten (von links): Ayasha (Ira Drewitz), Alima (Martina Emmerich), Madani (Hans-Josef Rautenberg) und Kalila (Sabrina Faber).

Vertrauen, Sehnsucht, Zorn, Angst und Reue spielen eine wichtige Rolle in den Erzählungen und Märchen. Immer wieder werden die Figuren auf die Probe des Lebens gestellt, die sie zu bestehen haben. Ob damals oder heute, das Leben schreibt seine eigenen Geschichten, sowohl im Morgen- als auch im Abendland. Scheherezade konnte ihr Leben durch ihre Kunst des Erzählens retten.

Die Hakawati Ayasha stellte den Gästen eindrucksvoll das Leben der großen Geschichtenerzählerin des Morgenlandes vor. Ein Brückenschlag in die Moderne unternahm der Hakawati Madani, indem er seinen Geschichten eine besondere Wendung gab. Ein vermeintlicher Macho entpuppt sich als stolzer und eigensinniger Kater, der sein Frauchen sehr kritisch betrachtet und ein überhasteter Geschäftsmann entdeckt die wunderbare Welt der Entschleunigung als er aus den Pannen des Alltags ausbricht und dabei noch eine Frau kennenlernt. Wer weiß, vielleicht stehen diese Geschichten mal in einem Märchenbuch in ferner Zukunft. Wie es am Hofe des Kalifen üblich ist, gab es viel Musik, Gesang und Tanz an diesem Abend. Die Bauchtanzgruppe Salama verzauberte das Publikum mit Anmut und Schönheit des fernen Ostens. Sabrina Faber verlieh mit ihren Gesangstücken dem klassischen Orient ein modernes und zeitloses Antlitz.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgten die fleißigen Zofen, die Getränke sowie süße und herzhafte Naschereien anboten. Ein rauschendes Fest also, wie es sich für den Hofstaat des Kalifen gehört.

Unter den zahlreichen Gästen an diesem besonderen Abend, gestaltet von den „Bücherwürmern“ war auch Bürgermeister Achim Grimm. Die zahlreiche erschienenen Besucher genossen die Geschichten, die einen mitnahmen auf eine Reise in die Welt der Sagen und Bräuche des Morgenlandes und Einblicke in eine andere Kultur gewährten.

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