Bücherwürmer lesen und kaufen

+
Ein Buch in eine Streicholzschachtel basteln die Schüler der Geißbergschule beim Bücherwurmtag

Klein-Zimmern - Es wird gemalt, geklebt und ausgeschnitten, dabei ist immer klar, worum es geht: um das Lesen und das Buch. Von Ulrike Bernauer

Ein abwechslungsreiches Programm zum Bücherwurmtag hat Schulleiterin Angelika Klindt den Geißbergschülern am Donnerstag verordnet und den meisten macht es viel Spaß. Weil man nicht einen ganzen Vormittag nur lesen oder zuhören kann, gibt es auch Bastel- und Malangebote. Erstklässlerin Lotte fertigt ein Lesezeichen, Katzen und Meerschweinchen sind darauf. Viel Mühe geben sich auch Juliane und Aren. Sie malen Feen, Engel und mal was ganz anderes - Dinosaurier.

Der Morgen begann für alle vier Klassen der Geißbergschule mit einer Lesung. Antje Herden trug aus ihrem Buch „Herr Kloppstock, Emma und ich“ vor und alle waren begeistert. Ein Kunststück, das selten bei Schülern dieser Altersspanne gelingt. Aber die Autorin las so lebendig, dass auch die jüngeren Kinder die für ihre Altersgruppe manchmal schwierige Wortwahl gut verstehen konnten. Dass das Ende der Geschichte nicht verraten wurde, gefiel so manchem Schüler allerdings nicht. Trost gibt es für alle Leseratten der Geißbergschule: ein Exemplar des Buches steht in der Schulbibliothek, so können die Schüler erfahren, wie es mit Herrn Kloppstock, Emma und Moritz weitergeht.

Phil, Hannes und Philip haben beim Bücherflohmarkt wahre Schätze im Angebot. Foto: bea

Nach der Lesung können sich die Kinder selbst betätigen, neben Lesezeichen werden auch ganz kleine Bücher gebastelt. Die finden in einer Streichholzschachtel Platz und sehen sehr hübsch aus. Bis die Schüler ein Buch allerdings in einer so kleinen Schachtel untergebracht haben, müssen sie viel Fingerspitzengefühl und Geduld aufbringen.

Und dann gibt es noch den Bücherflohmarkt. In zwei Klassenräumen warten unzählige Bücher auf Käufer und wechseln den Besitzer. Die neunjährige Marlen hat viele Wissensbücher im Angebot. „Die habe ich schon oft gelesen“, sagt die Viertklässlerin. Auf die Frage, ob sie gerne liest, antwortet sie: „Das kommt immer auf das Buch an.“

Lea (10) bezeichnet sich selbst hingegen als „Büchernarr“. Auch sie trennt sich von etlichen gelesenen Werken und hat nach eigenem Bekunden schon viel verkauft. Umgekehrt hat sich die Viertklässlerin bei anderen Anbietern selbst schon mit Lesestoff eingedeckt. Lea ist auch Bibliotheksgängerin und sucht die Bücherei in Groß-Zimmern häufig auf.

Im Computerraum geht es etwas ruhiger zu, als auf dem Bücherflohmarkt. Martin sitzt vor dem Bücher-Quizprogramm „Antolin“. Dieses Quiz, bei dem die Schüler Fragen zu aktuellen, bekannten Büchern beantworten müssen, setzt die Geißbergschule auch im Unterricht ein, so Klindt.

Martin hat sich heute den ersten Harry Potter-Band vorgenommen. Gelesen hat der Neunjährige die Bände eins und zwei, den dritten hat er noch nicht durch. Die Verfilmungen der ersten beiden Bücher hat er schon gesehen. „Die anderen darf ich noch nicht sehen, die findet Mama zu wild“, sagt der Drittklässler.

Das Programm Antolin hat vor etwa zehn Jahren der Förderverein für die Geißbergschule angeschafft, auf spielerische Weise soll hier die Lust am Lesen gefördert werden. Genau diesen Sinn hat auch der Bücherwurmtag, Kinder wieder näher an Bücher heran zu führen.

Kommentare