Büttenreden, Konfetti und viel Programm

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Machte Stimmung im Saal: Josef Braun aus Klein-Zimmern.

Groß-Zimmern (ula). In der fünften Jahreszeit klingt das Helau auch durch die Räume der Seniorenbetreuungseinrichtung im Otzbergring. Zur Weiberfastnacht feierten die 42 Bewohner des Hauses der „Gersprenz“ mit allen närrischen Komponenten: Von Konfetti bis Kaffee und Kreppel, Büttenreden und Schunkelliedern wurde alles geboten – selbst den Schlips büßte Einrichtungsleiter Franz-Josef Partsch ein.

Die kurzweilige Fastnachtsfeier ist nur ein Glied in einer immer längeren Kette von Veranstaltungen, die den Heimbewohnern ihren Alltag versüßen sollen. „Wir wollen jeden Monat ein Highlight bieten“, sagt Partsch, der seinen Posten im April vergangenen Jahres antrat und viele Ideen mitbrachte. „Ich möchte mit den Männern einen Stammtisch einführen“, verriet er sein nächstes Projekt – die Herren seien nämlich mit fünf nur Bewohnern etwas unterrepräsentiert. Beim täglichen Beschäftigungsangebot – beispielsweise kreatives Gestalten – fühlen sich die Männer oft nicht angesprochen.

Dies dürfte sich freilich im März ändern, denn dann heißt es „Esse wie daham“. Gemeinsam nach Omas Rezepten kochen und schlemmen ist bei den Hausbewohnern ebenso beliebt, wie die wöchentliche Chorstunde. Auch der geplante Ausflug im April mit einer gesponserten XXL-Limousine zum „blühenden Otzberg“ dürfte für alle ein tolles Abenteuer werden. „Im Mai wollen wir unseren Gasgrill einweihen und der Odenwälder Abend kam bereits prima an“, berichtet Partsch von weiteren Unternehmungen.

Partsch als Quell neuer Ideen

Um seine Ideen umzusetzen, muss sich der Einrichtungsleiter eine agile Mannschaft ins Boot holen. Und dies scheint zu glücken. An Weiberfastnacht gingen die Mitarbeiter des Betreuungsdienstes in die Bütt. Josef Braun aus Klein-Zimmern lädt wöchentlich zur Gesangsstunde und sorgte im zweistündigen Fastnachtsprogramm mit eigener Stimme und Gitarrenbegleitung für gute Laune.

Mit dreifachem Helau feierten die Bewohner des Seniorenwohnheims im Otzbergring am Donnerstag die Weiberfastnacht.

Es ist einfach nur schön hier“, freute sich Partsch „Die Leute aus Groß-Zimmern sind sehr offen“, so der Odenwälder. Weil vieles Hand in Hand geht, gelingt es ihm derzeit, die Betreuungseinrichtung gemütlicher zu gestalten. Schließlich soll den Senioren kein steriles Umfeld, sondern ein Zuhause geboten werden. Mit gesponserten Möbeln ist bereits eine gemütliche Sitzecke entstanden, auch der Aufenthaltsbereich ist neu möbliert und verströmt eine warme Atmosphäre. Bald wird hier jeder einen eigenen Briefkasten bekommen – Partsch selbst wird den Briefträger mimen. Er ist ein unerschöpflicher Quell neuer Ideen, die sich oft ohne finanziellen Kraftakt, sondern mit viel ideellem Aufwand umsetzen lassen.

Kontakte zu anderen Institutionen geglückt

Wichtig sei die Öffnung des Hauses nach außen, meint Partsch. Er will Kontakte zu Schulen und anderen Einrichtungen herstellen, bei dem benachbarten Mehrgenerationenhaus ist dies bereits geglückt. Und wenn alle anpacken sei es ein Leichtes, selbst Bewohner mit Rollstuhl in den Konzertsaal des Gesangsvereins oder zur Zimmerner Kerb zu transportieren.

Auch diese Veranstaltungen sind bereits feste Größen im stattlichen Paket der Unternehmungen 2010.

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