Autodidakt stellte im Glöckelchen aus

Bunte Bilder von Fred Hosse

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Vom Golfspieler sind (v. l.) Jutta Basson, Hans Josef und Hella Faust begeistert.

Groß-Zimmern (bea) „Das kann ich auch“, dieser Gedanke war die Initialzündung für die künstlerische Laufbahn von Fred Hosse. Mit Freunden betrachtete er ein Gemälde im Schaufenster. Das ist mittlerweile 40 Jahre her. Akribisch malte Hosse damals das Bild ab. Inzwischen hängen seine Werke im Glöckelchen sowie in anderen Ausstellungsräumen.

„Diese Kopie vor 40 Jahren war sein einziges nicht eigenständige Gemälde“, erklärte Laudator Dr. Horst Laubscheer, auf der Vernissage am Freitag im Glöckelchen. Autodidaktisch hat sich der Hauptkommissar am Polizeipräsidium Darmstadt das Malen beigebracht. Sein Stil ist der Expressionismus und der Neo-Expressionismus, erklärte Laubscheer. Dass Friedensreich Hundertwasser zu seinen großen Vorbildern gehört, ist offensichtlich. Nicht nur die Farbenfreude erinnert an den Österreicher, sondern auch die Kästchen und die Strichführung Hosses.

Seine Werke erstellt der Gundernhäuser meist aus Abfallmaterial, als Leinwand dient Holzabfall oder Pappe, auch gekaufte Pinsel nimmt er nicht zur Hand. „Ich benutze oft Stoffreste oder Pappstreifen, die ich als Pinsel umfunktioniere. Das ist billiger und ich spare mir das Auswaschen, denn mein Malwerkzeug werfe ich meist nach Gebrauch weg“, erklärt Hosse heiter.

Eine Zeit lang hat er in Groß-Zimmern gewohnt, bevor er mit seiner Frau Ulla nach Gundernhausen zog. „Mich verbindet mit Groß-Zimmern immer noch das rege Vereinsleben und viele Freunde“, erklärt der Künstler. Den örtlichen Bezug sieht auch der Vorsitzende des Glöckelchenvereins, Manfred Göbel. „Bei uns stellen Künstler nicht nur aus Zimmern, sondern auch aus der näheren Umgebung aus“. Bürgermeister Achim Grimm hat den Gundernhäuser in anderer Funktion kennen gelernt und war beim Googeln überrascht von der Professionalität. „Ich bin ein Mensch der Farben, deshalb sprechen mich seine Bilder besonders an“, so der Bürgermeister. Der passionierte Golfer Hosse stellt sein Hobbys auch in den Bildern dar, die am Wochenende im Glöckelchen zu sehen waren.

Die Körperhaltung eines Spielers bewundert Ausstellungsbesucherin Hella Faust. „Die Drehung des Körpers ist perfekt wiedergegeben, auf ihr liegt auch das Hauptgewicht des Bildes, das Gesicht bleibt eher im Hintergrund“, sagt sie über das Gemälde.

Auch Jutta Besson gefällt das Bild sehr gut, die Farbgebung hat ihren Geschmack getroffen. Die beiden Frauen aus Gundernhausen spielen selbst Golf.

Brigitte und Josef Neipel sind von Otzberg zur Ausstellung gekommen. „Wir schauen uns nach Möglichkeit jede Ausstellung in der Umgebung an“, sagt Brigitte Neipel. Aufmerksam geworden auf die Veranstaltung im Glöckelchen ist das Ehepaar durch Vorankündigungen in den Zeitungen. Den Künstler Hosse kannten sie vorher noch nicht. Die beiden schätzen die Qualität der Werke und auch die Vielseitigkeit. Vielseitig ist Hosse in der Tat. Er malt nicht nur, sondern ist auch unter die Schriftsteller gegangen, Theaterstücke sind sein Genre. Auf sein neuestes Werk, das Buch „Joschka und ich“, muss man allerdings noch ein wenig warten. Auf die Frage von Laubscheer, ob darin auch von Frankfurter Straßenkämpfen die Rede sein wird, antwortet Hosse kryptisch: „Lassen Sie sich überraschen“.

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