Bunte Kunstwerke aus der Natur

Groß-Zimmern - (mj) „Alles ist so schön bunt hier“. Diesen immer wieder zitierten Eindruck konnte man am Wochenende in der Waldschule im Laubweg gewinnen.

Zum Osterbasteln mit Naturmaterialien waren im Rahmen des Familienprogramms die Eltern mit ihren Kindern eingeladen. 14 Anmeldungen mit rund 30 Personen gingen im Vorfeld ein und einige Väter waren für die bevorstehenen zwei Batelstunden nicht weniger motiviert als ihre Sprösslinge. Bevor es losging wurde - wie es sich für eine Waldschule gehört - erstmal durch die Natur gestreift, um die passenden Materialien für das Osternest zu sammeln. Dazu gehören Moose, Gräser, Zweige, Kräuter, Anemonen und Gänseblümchen aber auch Äste, die später so zurecht gesägt wurden, dass man die Köpfe von Osterhasen auf die Schnittflächen malen konnte. Das Sammeln im Wald geschah natürlich unter ökologischen Gesichtspunkten: „Von den Pflanzen nehmen wir immer nur so viel mit, dass sich der Bestand an der Entnahmestelle schnell wieder erholen kann“, erklärte die Natur- und Umweltpädagogin Claudia Warwel. Im Osternest landete unter anderem auch der „Gundermann“, ein Heilkraut, das klein und unauffällig in vielen naturbelassenen Gärten wächst. „Der Gundermann wurde mit Wurzeln entnommen, so dass man ihn später eventuell in den Garten aussetzen kann.

Natürlich wurden auch Ostereier gefärbt. Dafür dienten eine Reihe von Naturfarben, die man vorher gekauft hatte. Wie Warwel sagte, wäre es mit etwas mehr Zeit durchaus auch möglich gewesen, die Naturfarben selbst herzustellen. So ließe sich eine Färbung aus roter Beete oder Kraut herstellen, ein Grünton aus Spinat oder Brennesseln, gelblich-braune Farben mit Zwiebeln oder Walnuss. „Ein leuchtendes gelb erhält man mit Curcuma beziehungsweise Gelbwurz“, weiß die Diplom-Geographin.

Besonders bunt ging es auch an der Station zu, an der die Äste mit den Köpfen von Osterhasen bemalt wurden. Wer den kleinen Künstlern zugeschaute, fühlte sich fast ein bisschen an die weltberühmten Expressionisten erinnert. Insgesamt wurde am Sonntag Nachmittag an vier Stationen das Osternest zusammengesetzt.

In der Küche am Herd wurden die Ostereier gefärbt. Mit Nylon-Strümpfen umwickelt entstanden hier ebenfalls kleine Kunstwerke. Die Bioeier wurden vorher allerdings nicht ausgeblasen, so dass sie zu einem späteren Verzehr geeignet sind.

„Die sind fast viel zu schade zum Essen“, konstatierte Warwel mit Blick auf das eine oder andere besonders ansprechende Endergebnis.

Ihr Ziel, dass die Eier nun eine Woche das Osternest zieren, erfüllte sich allerdings nicht in allen Fällen: Einige der Kinder ließen sich ihre Kunstwerke alsbald schmecken, nachdem die Eier fertig gekocht waren.

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