Erstes Schottisch-hessisches Nachtessen mit Schweinemagen und viel Beilage

Celtic-Folk-Band mit „Roahingel“

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„Ceol na gCuach“ sorgte nicht nur für die musikalische Umrahmung, sondern auch für Begeisterungsstürme beim Publikum.

Groß-Zimmern (bea) Schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit trieb das Spachbrücker „Roahingel“ sein Unwesen in Groß-Zimmern. Trat es das erste Mal beim Gickelessen im Gewölbekeller des Glöckelchen auf, so konnte man es nun auf der Bühne im Saal des Zimmerner Kulturzentrums sehen.

Eingeschleust hatte das Federvieh mit den ungleich langen Beinen der Spachbrücker „Guggugg-Musiker“ Jürgen Poth. Der hatte zum ersten „schottisch-hessischen Noacht-Esse“ auch noch die Celtic-Folk-Band „Ceol na gCuach“ mitgebracht.

Premiere hatte dieses ganz spezielle Essen nicht nur in Zimmern, in dieser Form hat es das noch nie gegeben. Angelehnt war es an das schottische „Burns Supper“. Das wird am Vorabend von Robert Burns’ Geburtstag in der gesamten schottischen Welt zelebriert mit einem schottischen Gericht, dem „Haggis“ und zahlreichen Reden. „Der Hesse an sich und der Odenwälder im Besonderen stehen nicht auf totes Schaf und sein Innenleben, sondern mehr auf Fleisch vom Schwein, Kartoffeln und Sauerkraut. So wurde vom Spachbrücker Metzger Klock der hessische „Presssack“ erfunden: Ein ganz normaler Schweinemagen gefüllt mit viel magerem Schweinefleisch, Kartoffeln und Sauerkraut“, erklärte Stefanie Ihrig, Mitglied der Gruppe „Ceol na gCuach“. Auch Suppe (Lauchsuppe) und Nachspeise (Apfelstrudel mit Vanilleeis) wurden im Glöckelchen an den hessischen Geschmack angepasst. Schottisch traditionell blieb der Abschluss der Völlerei, als Krönung gab es schottischen Whisky. Verändert für diesen Glöckelchenabend wurde auch das Rahmenprogramm zur Schlemmerei.

Wird in Schottland das Essen traditionell von einem literarischen Teil begleitet, so durften die Gäste in Zimmern den Liedern von „Ceol na gCuach“ lauschen.

Auch hier gab es wieder traditionelle Aspekte, beispielsweise den Dudelsackspieler, der in seiner prächtigen Tracht auch den Presssack hoheitsvoll hineingeleitete.

Sehens- und hörenswert war die „Ode an den Presssack“, in seiner schottischen Ursprungsform heißt es „To a Haggis“, sowie die Auseinandersetzung zwischen Mann und Frau, die die Gruppe gesanglich vortrug. Die Band heizte den Groß-Zimmernern mit schottischen und irischen Melodien und hessischen Texten bis in den späten Abend ein und sorgte für so manche Lachträne bei dem begeisterten Publikum.

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