Herbstlicher Waldspaziergang mit Informationen über Kastanien, Mispeln, Eichen und Buchen.

Charakterbaum der Grünanlagen

+
Eine Mispel gibt Dr. Lothar Jacob den Kindern beim Waldspaziergang. Probieren sollen sie diese Frucht, die zwar bei uns wächst, aber doch relativ selten ist.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Zu Einen ungewöhnlichen Waldspaziergang lud Dr. Lothar Jacob ein, der NABU Vorsitzende von Groß-Zimmern. Er erzählte den Teilnehmern der Waldschul-Herbstaktion Wissenswertes über die Bäume.

So manches Gewächs, das uns selbstverständlich als heimisch erscheint, wächst nämlich noch gar nicht so lange in dieser Gegend. Beispielsweise die Rosskastanie, deren Früchte Kinder gerne zum Basteln verwenden. Als „Charakterbaum der städtischen Grünanlagen“ wurde sie im 19. Jahrhundert angesehen, weil der Modebaum häufig in den neu entstehenden Volksgärten gepflanzt wurde.

Im Wald findet man die Kastanie eigentlich eher selten, direkt neben der Waldschule steht allerdings ein Exemplar in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Edelkastanie. „Die kam bei uns ursprünglich auch nicht vor. Aus Südfrankreich fand sie über das Rhone- ins Rheintal, wo sie im Elsaß, Schwarzwald, Odenwald und im Pfälzer Wald nennenswerte Bestände bildet“, so Jacob. Kastanien waren in Italien und der Südschweiz bis zur Einführung von Mais und Kartoffeln das Brot der Armen.

Direkt an der Waldschule steht noch ein Baum, den man selten findet, die Mispel, mit dem botanischen Namen Mespilus germanica. Sie trägt keine Blätter mehr, also man ihre Früchte umso deutlicher. Jacob pflückt mehrere davon ab und gibt sie den Kindern zum Probieren. „Die Mispeln schmecken vor dem ersten Frost ziemlich herb, sie wurden früher aber wie die Früchte des Speierlings für Marmelade oder Apfelwein verwandt“, erklärt er.

Über die typischen Waldbäume unserer Gegend, die Eiche und die Buche hat der Biologe natürlich auch einiges zu erzählen. Auf der Eiche fanden Naturforscher so viele verschiedene Organismen von der Alge über den Pilz und die Mikrobe bis hin zu Insekten, Vögeln und Säugern, wie sonst auf keiner Baumart.

Daraus wird unter anderem geschlossen, dass die Eiche eine hierzulande sehr alte Baumart ist, an die sich entsprechend viele andere Arten „gewöhnen“ konnten.

„Sehr informativ“, findet Christine Fehringer die Erläuterungen des engagierten Biologen. Die Groß-Zimmerner Bürgerin ist gerne in der Natur unterwegs und nimmt begeistert an Veranstaltungen des NABU oder der Waldschule teil. „Die Kinder lernen etwas und ich sehe nach einem solchen Spaziergang die Natur noch einmal mit ganz anderen Augen“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare