Geburstag von Charlotte Richter

Zum 100. Geburtstag in bester Verfassung

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Im Kreis ihrer Lieben feierte Charlotte Richter ihren 100. Geburtstag. Mit ihr im Bild (v.l.) die Urenkel Laura und Stefan sowie Enkelin Christine.

Groß-Zimmern - Charlotte Richter strahlt, so viel Aufmerksamkeit wird ihr selten zuteil. Zahlreiche Gäste sind zum Gratulieren ins Seniorenheim der Gersprenz gekommen. Kein Wunder, schließlich ist Charlotte Richter am Montag 100 Jahre alt geworden.

Ein wenig enttäuscht ist sie, dass Pfarrer Christian Rauch nicht kommen konnte, aber er hat Diakon Martin Gölz vorbeigeschickt. Dass sogar Bundespräsident Joachim Gauck einen Brief geschrieben hat, verwundert sie eher, genauso wie die Glückwünsche von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Dem ersten Beigeordneten der Gemeinde Hans Wichmann, der in Vertretung für Bürgermeister Achim Grimm gekommen ist, drückt sie lange die Hand. In Kattowitz (Schlesien) kam sie am 14. Oktober 1913 zur Welt. Ihren späteren Mann, Gerhard Richter, lernte sie im Sommer 1936 kennen, geheiratet wurde ein Jahr darauf. Die Söhne Klaus-Dieter und Joachim kamen noch während des Krieges zur Welt. Den größten Teil ihres Lebens verbrachte das Geburtstagskind in Darmstadt, wo auch die beiden Söhne aufgewachsen sind. Charlotte Richter war eine Meisterin im Tippen auf der Schreibmaschine. Mit dieser Fertigkeit errang sie 1935 nicht nur den deutschen Meistertitel in dieser Disziplin, sondern sie nutzte ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten natürlich auch für den Beruf. Ihr großes Hobby war allerdings das Tanzen. Das übte die Jubilarin zusammen mit ihrem Mann aus. Sie bestritten zahlreiche Turniere und wurden sogar Hessische Seniorenmeister.

Aus dem Hobby machte sie später einen Beruf und gründete eine Tanzschule, die an verschiedenen Orten Station machte, unter anderem in Groß-Zimmern und Dieburg. „Meine Mutter wohnte etwa 50 Jahre ganz zentral in Darmstadt“, erzählt Sohn Klaus Richter. Nachdem Gatte Gerhard 1995 gestorben war lebte sie allein, unterstützt von ihm und seiner Familie. Erst im Alter von 98 Jahren verlegte sie ihren Wohnsitz ins Pflegeheim in Groß-Zimmern, nachdem sie gestürzt war. „Vorher hat sie noch selbst ihren Haushalt versorgt, lediglich eine Putzhilfe kam einmal die Woche“, berichtet Enkelin Christine Köhler-Richter. Da die meisten ihrer Nachkommen in Zimmern leben, wechselte die Jubilarin im hohen Alter noch ihren Wohnort. Das Erreichen so hohen Alters, das sie zudem bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit erlebt, begründet die Jubilarin folgendermaßen: „Gute Gene, viel Harmonie, früher oft ein gutes Glas Wein und nie Aufgeben im Leben.“ DasWohnen im Pflegeheim gefällt ihr. „Es gibt wie überall kleine Schwächen, aber die Menschen sind alle sehr nett.“ Zum Sektempfang im Heim und zum nachmittäglichen Kaffeetrinken bei Georgi, dem Restaurant ihres Sohnes, kamen die Söhne mit ihren Familien, zwei Enkel und vier Urenkel, aber auch viele Freunde und Bekannte.

bea

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