Container als Übergangslösung

Groß-Zimmern (guf) - Kurzfristig eingeladen kamen die Gemeindevertreter am Dienstagabend zu einer Sondersitzung ins Rathaus (wir haben berichtet).

Die Betreuungssituation in der Gemeinde erfordert zügiges Handeln, denn mit Beginn des Kindergartenjahres ab Oktober muss mit 25 zusätzlichen über-Dreijährigen gerechnet werden, die Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben.

Bürgermeister Achim Grimm (CDU) bot einen kurzen Rückblick auf die bisherigen Bemühungen zur Lösung des Problems mit dem Ergebnis, dass der Gemeindevorstand als Übergang das Aufstellen eines Containers am Kindergarten Blumenstraße empfiehlt. Hierfür müsste im Haushalt 2011 mit Mehrausgaben von rund 15 000 Euro gerechnet werden, hinzu kämen mindestens 1,75 Erzieherinnen, die den Stellenplan für das laufende Jahr um 23 100 Euro erhöhen würden.

Grundsätzlich waren alle Fraktionen für diese Lösung - da es sich um eine Pflichtaufgabe handelt, war dies unumgänglich. Aber die Sprecher betonten auch, dass Zimmern eine familienfreundliche Gemeinde sein sollte und die Betreuung an oberster Stelle stehen müsste.

Viel Kritik wurde von den Oppositions-Fraktionen geübt bezüglich der späten Reaktion. Von „hausgemachtem Zugzwang“ sprach Dieter Hader, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Das Thema hätte spätestens nach der Kommunalwahl auf den Tisch gehört“, meinte Marianne Streicher-Eickhoff (Grüne) und bezeichnete das Vorgehen als „Kalkül des Bürgermeisters, das über Versäumnisse hinwegtäuschen“ solle. Die Grünen forderten in einem Ergänzungsantrag, dass das Betreuungskonzept in der nächsten Sitzung vorzulegen und in Zukunft halbjährlich über die Entwicklung des Bedarfs an Betreuungsplätzen zu berichten. Außerdem sollten die Kita-Zeiten flexibler gestaltet und ein geeignetes Gebührenmodell entwickelt werden.

Kurt Werdecker (FDP/FFA) kritisierte, man sollte „nicht erst reagieren wenn‘s brennt“ und fragte, wieso nicht zeitgleich ein Entwurf für die Seniorenbetreuung erarbeitet wurde.

Das fanden Friedrich Faust und Christof Glaser (beide CDU) zu viel Kritik an Bürgermeister Grimm. Nachdem Glaser die Opposition des „Wahlkampfgeplänkels“ bezichtigte, drohte die Stimmung zu kippen. „Wir haben die Bitte, eine faire Diskussion zu führen, berücksichtigt. Kritik muss doch erlaubt sein“, meinte Dieter Emig (SPD) entsetzt und betonte, die SPD habe die Beschlussfähigkeit zum Thema ja überhaupt erst ermöglicht. Die hatte nämlich im Vorfeld auf ein gravierendes Versäumnis hingewiesen. Eine Stellenplan-Erhöhung ist nur mit einer Nachtragssatzung möglich, die zur Sitzung nachgereicht wurde. Zuletzt stimmten alle für die Änderungen, der Antrag der Grünen fand mit weiteren Ergänzungen eine breite Mehrheit.

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