Daniel Fenn arbeitet als Helfer und Hausmeister

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Daniel Fenn.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Mit Daniel Fenn (19) hat das Groß-Zimmerner Jugendzentrum (Juz) vermutlich seinen letzten Zivildienstleistenden. „Seit ich hier arbeite, hatten wir immer Zivis“, sagt Jugendpfleger Tom Hicking. „Daniel Fenn müsste also der neunte sein.“

In Zukunft wird sich der Einsatz von Zivildienstleistenden aber voraussichtlich nicht mehr lohnen. Nach der Verkürzung des Wehr- und Ersatzdienstes von neun auf sechs Monate, wollen die meisten sozialen und karitativen Einrichtungen keine Zivildienstleistenden mehr einsetzen.

Hicking macht diesbezüglich eine ganz einfache Rechnung auf: „Drei Wochen gibt es Urlaub, zwei Wochen sind die Zivis in der Regel krank, die Einarbeitung dauert drei Wochen und zwei Wochen verbringen die Neuen auf einem Seminar. Dann sind schon zweieinhalb von sechs Monaten rum.“

Fenn: „Mehr Zeit zum Überlegen“

Fenn allerdings wird noch neun Monate im Juz verbringen, ihn betrifft die Verkürzung noch nicht. „Ich bin ganz froh, dass ich noch das dreiviertel Jahr habe“, sagt er. Der Groß-Zimmerner ist sich nämlich noch nicht sicher, ob er danach studieren oder eine Ausbildung machen will. „So habe ich mehr Zeit zum Überlegen und weniger Leerlauf“, meint er.

Der Neunzehnjährige hat gerade das Fachabitur in Darmstadt bestanden. In einem Altersheim hat er sich parallel auch noch beworben, ist allerdings sehr froh, dass es in Groß-Zimmern geklappt hat. „Hier ist die Atmosphäre gut und als Zimmerner kenne ich das Juz halt“, begründet Fenn seine Entscheidung, hier zu arbeiten. Selber zählt er allerdings nicht zu den regelmäßigen Besuchern der Einrichtung am Festplatz.

Helfende Hand für 40 Stunden die Woche

Hausmeistertätigkeiten und Reparaturen warten nun auf den Zivi. Die ersten Wochen hat er bereits hinter sich. Aufgeräumt hat er, gespült und geputzt und auf dem Spielplatz eine Fläche planiert. So wird es auch in den kommenden neun Monaten bleiben.

Wir sind froh, dass jemand von 8 bis 17 Uhr, also 40 Stunden die Woche hier ist, der uns zur Hand gehen kann“, sagt Hicking.

Bald steht die Juz-Aufstockung an

Dieser Einsatz wird allerdings im Verhältnis zu den vorherigen trotzdem etwas Besonderes werden. Die räumenden Hände von Fenn werden wahrscheinlich noch dringender als sonst benötigt.

Schließlich müssen Kinder, Jugendlichen und Betreuer das Jugendzentrum bald für einige Zeit verlassen, wenn mit der Aufstockung des Gebäudes zum Familienzentrum begonnen wird. Die Jugendarbeit wird dann in wechselnden Räumen stattfinden. Gut also, dass es in diesem Jahr noch einen Zivi gibt.

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