Bei Dauerfrost mehr Rücksicht auf Wildtiere nehmen

Groß-Zimmern - (guf) Die Feldfluren sind ausgeräumt, nur wenige Plätze sind mit Unkraut bewachsen, die sonst vom Gebüsch überwucherten Gräben bieten kaum noch Deckung und Äsung für die Wildtiere.

In diesem Jahr sind die Gefahren für Rehe und andere Tiere im Wald durch den lange anhaltenden, strengen Frost sehr hoch, ihre Lebenssituation hat sich um einiges verschärft.

Über Jahre schon werden von der Jägerschaft an gesonderten Punkten Wildfutter und Salzlecksteine ausgelegt. Das Wild hat sich an dies Plätze im Zimmerner Wald gewöhnt, läuft sie regelmäßig an und verweilt auch dort.

„Seit einigen Wochen ist eine Häufung von Situationen festzustellen, die Anlass geben, an die Vernunft der Hundeführer mit teilweise bis zu vier freilaufenden Tieren zu appellieren“, meldet sich Waldpächter Walter Angermeier zu Wort und berichtet von grausamen Funden.

Von Forst- und Polizeidienststelle benachrichtigt kam er zu einem schwer verletzten, jedoch noch lebenden Fuchs an der Feldscheune Beysel im Fahrweg.

Der Fuchs lag mit verschobenem Unterkiefer, das Maul voller Blut, im Graben. Es blieb nur noch der Totschuss, um das Tier von seinen Qualen zu erlösen.

Ein andermal wurde Angermeier von einem ehemaligen Bediensteten der Jagdbehörde benachrichtigt, dass auf der zugefrorenen Gersprenz unterhalb der Gersprenz ein Reh liegen würde, das sich kaum noch bewege.

„Dort angekommen stellte ich fest, dass das Eis unter dem noch lebenden Reh bereits weggetaut war, das Tier selbst hob nur noch ganz schwach den Kopf, am Hinterlauf waren deutlich verletzte Stellen zu sehen.

Auch hier wurde der Todesschuss gesetzt und das Tier in einer beschwerlichen Aktion geborgen“, berichtet der Jäger.

Anfang Februar habe er mittags am rückwärtigen Zaun des Anglerheim ein total entkräftetes Reh gefunden, das nur noch einen Vorderlauf leicht bewegte und sonst nicht mehr reagierte.

Auch dieses Tier musste getötet werden. An ihm wurden Verletzungen an Hals und Genick festgestellt. Das Reh war von guter Statur.

„Wenn Tier- und Naturschutz wirklich einen hohen Stellenwert haben sollen, dann muss über diese Vorfälle nachgedacht werden und die Menschen müssen aufgerüttelt werden“, meint Angermeier.

Er fordert alle Hundehalter auf, in der kalten Jahreszeit ihre Tiere angeleint zu lassen, denn: „Was nutzt die Bio-Welle, wenn Felder und Wiesen überkotet werden?“.

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