Mangelnde Kommunikation

Projekt Römerbad acht Prozent teurer

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Einige Wohnungen im Senio-Haus Schlossblick in Fischbachtal sind schon bezogen. Es müssen aber noch Parkplätze und die Grünflächen angelegt werden.

Fischbachtal/Groß-Zimmern - Hoch her ging es am Dienstagabend bei einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Senio-Verbandes. Denn die Kosten für das Römerbad werden statt der ursprünglich angenommenen 7,8 Millionen um 600.000 Euro auf 8,4 Millionen steigen.

Erst seit kurzem wissen die Mitglieder, dass sich das Neubauprojekt Römerbad in Groß-Bieberau nicht mehr im Kostenrahmen bewegt. Von acht Prozent Überschreitung der Kosten geht der Vorstand aus. Das bedeutet in Zahlen, dass sich die Kosten für das Römerbad auf 8,4 Millionen Euro belaufen werden. Vom Vorstand stellten sich Gabriele Pauker-Buß (Fischbachtal) und Klaus Reiner Bulang (Münster) den Fragen der Ausschussmitglieder. Lange Diskussionen gab es um die Finanzierung der Fertigstellung der Außenanlagen für das Haus Schlossblick in Fischbachtal, wo die Sitzung des Ausschusses auch stattfand. Für viele Ausschussmitglieder die erste Gelegenheit, sich das Haus anzuschauen. Von den 22 Wohnungen sind zwölf fest vermietet, drei sind vorübergehend an Menschen vermietet, die schon in das Haus Römerblick eingezogen waren, dieses aber wegen Baumängeln wieder verlassen mussten.

Bei dieser Diskussion zeigte sich, dass nicht nur der Haupt- und Finanzausschuss nur mangelhaft mit Informationen ausgestattet ist, sondern auch der Vorstand noch nicht umfassend informiert ist, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Das Informationsdefizit sei der momentanen Situation geschuldet. Pauker-Buß verwies auf eine nicht ordnungsgemäße Übergabe von Unterlagen und Schlüsseln zu den Objekten durch Marion Keil, die sich um die Neubauprojekte gekümmert hatte, ihre Mitarbeit aber inzwischen eingestellt hat. Pauker-Buß zeigte sich aber dankbar, dass sich das DaDi-Werk mittlerweile eingeschaltet habe und die Senio bei der Fertigstellung des Römerbades unterstütze.

Die Pflasterarbeiten am Eingang zum Groß-Bieberauer Haus Römerbad sind mittlerweile weitgehend erledigt, an einen Einzug der Mieter ist trotzdem noch nicht zu denken.

Außerdem wollte Pauker-Buß eine Abstimmung des Haupt-und Finanzausschusses über einen Nachtragshaushalt für das Haus Schlossblick, dieser sei notwendig für die Fertigstellung der Außenanlagen. Hier seien 100.000 Euro nötig, damit die Arbeiten vergeben werden könnten. Eine Firma stehe bereit und könne noch im Oktober mit ihrer Tätigkeit beginnen, sofern die Mittel freigegeben werden. Im Laufe der Diskussion stellte sich aber heraus, dass auch der Vorstand nicht so genau weiß, ob ein Nachtragshaushalt überhaupt nötig ist oder ob sich das Haus Schlossblick im Kostenrahmen bewegt. Die Zahlen sollen bei einer Sitzung am 20. Oktober dem Vorstand vorgelegt werden, der die Informationen dann sofort an den Haupt- und Finanzausschuss weitergeben will. Am 23. Oktober wird der Ausschuss im Vorfeld einer Verbandsversammlung erneut – diesmal allerdings in Groß-Bieberau – tagen.

Diskussionen gab es auch über die Auswirkung des höheren Finanzbedarfes für das Römerbad auf die Verbandskommunen. Hier stellt sich die Frage, ob sich die zusätzlichen Mittel im kommenden Jahr auf die Umlagen auswirken. Der Ausschussvorsitzende Jörg Rupp verwies auf die Rückstellungen von 3,1 Millionen Euro, die die Senio laut des Jahresabschlusses 2014 erwirtschaftet habe. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Jahre 2015 und 2016, deren Abschlüsse noch nicht vorlägen, ein großes Minus vorzuweisen hätten.

Deutlich wurde aber an diesem Abend, dass die Kommunikation zwischen Vorstand und Ausschuss stark verbesserungswürdig ist. Aus dieser Tatsache resultierte auch die Überlegung, dass eines der Mitglieder des Ausschusses einen Sitz im Vorstand haben sollte. Klar wurde ein weiteres Mal, dass der Senio-Vorstand, der ehrenamtlich arbeitet, schon seit geraumer Zeit an seine Grenzen gestoßen ist, und dass hauptamtliche Unterstützung der Ehrenamtlichen mehr als nötig ist. (zba)

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