Ulrike Eckhardt illustriert nun erstmals ein Buch / Hoffen auf große Ausstellung

Dekorateurin und Künstlerin aus Leidenschaft

Ulrike Eckhardt ist als Dekorateurin und Malerin selbstständig. Viele Ideen für Motive findet sie auch in der Küche.
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Ulrike Eckhardt ist als Dekorateurin und Malerin selbstständig. Viele Ideen für Motive findet sie auch in der Küche.

Groß-Zimmern – Zu einer Art Markenzeichen sind für Ulrike Eckhardt ihre Mohnbilder in Acryl geworden. Die naturverbundene Malerin, die sich künstlerisch immer weiterentwickelte und sich die notwendigen Techniken und Stile selbst beibrachte, realisiert gerade einen lang ersehnten Traum: Sie illustriert erstmals ein (Kinder-)Buch.

Von klein auf war der im April 1956 in Darmstadt geborenen Ulrike Schäfer klar, dass sie später einmal künstlerisch tätig sein würde. Sie wollte Lehrerin für Sport und Kunst werden und kreativ arbeiten. Ihre Eltern unterstützten und förderten sie auf ihrem Weg. Doch der frühe Tod ihrer Mutter 1968 erschütterte die gute Gymnasiastin sehr, sodass sie die Schule mit dem Realabschluss verließ, eine zweijährige Lehre als Dekorateurin in Darmstadt absolvierte und anschließend beim dortigen Modehaus Haase arbeitete. Den ursprünglichen Berufswunsch verlor die junge Frau jedoch nie aus den Augen. Sie besuchte parallel zu ihrer Arbeit das Abendgymnasium und schloss dieses 1978 erfolgreich mit dem Abitur ab. Nun konnte sie an der Goethe-Universität in Frankfurt Sport und Mathematik studieren. „Durch den Sport hatte ich meinen künftigen Mann kennengelernt, und 1980 kam dann unser erster Sohn Philip auf die Welt“, blickt Ulrike Eckhardt zurück, die 1981 geheiratet und nach Groß-Zimmern gezogen war. Die heute 64-Jährige widmete sich ihrer Familie und entschied sich, als Selbstständige in ihrem gelernten Beruf weiterzuarbeiten. 1985 folgte die Geburt ihres zweiten Sohnes Hannes. Durch die Arbeit und den familiären Alltag mit zwei kleinen Kindern blieb der Kreativen wenig Zeit für die eigene Kunst. Doch als Dekorateurin konnte Ulrike Eckhardt das künstlerische Talent ausleben und spannende Projekte für Apotheken, Bekleidungs-, Sport- und Optikgeschäfte sowie für Baumärkte und Metzgereien umsetzen. „Das war recht abwechslungsreich, aber auch sehr anstrengend“, zieht die heute noch Selbstständige Bilanz, die 2005 das Bekleidungshaus Belmodi als Kunden gewinnen konnte.

„Nachdem meine Jungs größer wurden, hatte ich auch mehr Zeit und konnte quasi künstlerisch durchstarten“, erzählt die Wahl-Groß-Zimmernerin und realisierte 2001 zunächst einmal ein Atelier im Dachgeschoss des eigenen (Wohn-)Hauses. Dort malte sie alles, was sie interessierte und hatte von Anfang an ihren eigenen unverwechselbaren Stil. „Meine Motive finde ich in der Natur und in der Küche. Es sind vor allem Themen und Gegenstände, die ich mag und die mir Freude machen. Genau das möchte ich auch mit meinen Bildern aussagen und an den Betrachter weitergeben“, erzählt die Künstlerin. Gerne widmet sie sich auch Auftragsarbeiten, malt Bilder nach (Urlaubs-)Fotos oder Wappen-Vorlagen. „In der Anfangszeit entstanden ausschließlich gegenständliche Bilder, erst wesentlich später kamen durch ein Aha-Erlebnis auch abstrakte Kunstwerke dazu“, berichtet die Malerin, die 2000 ihre erste Ausstellung in der „Weinstube Edling“ in Roßdorf hatte. Bis heute folgten zahlreiche weitere Präsentationen, beispielsweise bei den Kunst- und Kulturtagen in Babenhausen oder der Rodgau-Art in Nieder-Roden. Zudem wurden ihre Werke in mehreren Rathäusern, Galerien, Arzt- und Physiopraxen sowie Modehäusern im ganzen Rhein-Main-Gebiet gezeigt. Einige ihrer Gemälde waren darüber hinaus schon in Bonn und Berlin sowie im europäischen Ausland zu sehen. „Seitdem die Getränkehandlung Edling in der Angelstraße geschlossen ist, kann ich dort das Schaufenster für die Ausstellung meiner Bilder nutzen“, schildert Ulrike Eckhardt eine weitere Präsentationsmöglichkeit ihrer Werke. Sie würde sich wünschen, dass noch mehr Unternehmen und Privatpersonen bereit wären, Schaufenster und Vitrinen leerstehender Geschäfte Kunst- und Kulturschaffenden zur Verfügung zu stellen. So könnte der ein oder andere Interessent gewonnen werden, weiß die 64-Jährige aus eigener Erfahrung.

„Der Verkauf meiner Bilder und die Möglichkeit einer größeren Ausstellung ist seit Beginn der Pandemie leider gegen null gegangen“, bedauert die Künstlerin, die es zudem sehr trifft, dass auch ihr Hobby, das Singen, großen Einschränkungen unterliegt: „Es ist schon eine ziemliche Katastrophe, dass wegen des Übertragungsrisikos keine Proben mehr stattfinden können. Das Singen fehlt mir sehr“, sagt Ulrike Eckhardt, die seit etwa sieben Jahren aktives Mitglied im Dieburger Chor „ConFuego“ ist. Da sie auch ihren Beruf als Dekorateurin momentan nur eingeschränkt ausüben kann und die Kunden wegen der Lockdowns weniger Aktionen planen, bleibt ihr mehr Zeit zum Malen und dem Anfertigen von Auftragsarbeiten. So widmet sie sich aktuell den Buchillustrationen und hofft, bald wieder eine schöne, große, überregionale Ausstellung machen zu können. Es würde sie zudem freuen, in ihrer Heimatgemeinde – im Kulturzentrum Glöckelchen, im Groß-Zimmerner Golfclub oder im neuen Rathaus – ihre Werke zu zeigen.

Von Martina Emmerich

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