Delikatesse aus Klein-Zimmern

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In Reih und Glied: Spargel-Parade.

Klein-Zimmern - Früher, das gibt Thomas Schaffer offen und ehrlich zu, war er selber gar kein Spargel-Fan. Doch was nicht war, das wurde mit der Zeit: „Was ich besonders gerne esse, das ist mein grüner Spargel in einer Art Auflauf“, verrät er. Von Jens Dörr

„Ich brate ihn mit Hackfleisch in einer Pfanne an, später gebe ich dann Nudeln und Käse hinzu - das schmeckt fantastisch!“ Thomas Schaffer ist der Chef auf dem „Birkenhof“, der sich wunderschön angelegt auf halber Strecke zwischen Dieburg und Klein-Zimmern befindet. Den landwirtschaftlichen Betrieb übernahm er von seinem Vater.

Der Frühling treibt den Spargel aus der Erde und die Helfer aufs Feld.

Wer von Dieburg aus die Brücke über die B 26 fährt und nach wenigen hundert Metern stoppt, der sieht auf der rechten Seite eines der Felder mit dem Aushängeschild des „Birkenhofs“: den grünen Spargel. Den findet man in der Region seltener als den weißen.

„Dieses Jahr können wir früh ernten, das warme Wetter an Ostern hat dazu geführt“, erzählt Schaffer. Der junge Mann muss aktuell sogar selber beim Stechen - besser: beim Abschneiden - der über der Erde wachsenden grünen Version des Gemüses anpacken.

In diesen Tagen kommen allerdings auch die fleißigen Helfer aus Osteuropa auf seine Felder. „25 Leute aus Polen, zu zwei Dritteln Frauen, werden es in diesem Jahr wohl sein, die die Ernte einbringen“, erzählt Schaffer. Probleme, Kräfte zu finden, habe es diesmal nicht gegeben.

„Die polnischen Erntehelfer haben gemerkt, dass die Arbeitsbedingungen in England nicht immer optimal sind“, so Schaffer. Dort müssten sie etwa für ihre Unterkunft bezahlen, was ins Geld gehe. Ganz offen berichtet Schaffer auch, dass die Kräfte bei ihm bis zu 8,50 Euro pro Stunde verdienen - diesen Betrag erreicht bei ihm ein polnischer Vorarbeiter.

Die zwei Hektar, auf denen Schaffer seinen grünen Spargel anbaut, machen indes nur einen Bruchteil der gesamten Anbaufläche von Schaffers Betrieb aus. Deutlich mehr Fläche steht zum Anbau von Erdbeeren bereit, die man sich auf den Feldern auch selbst pflücken kann - acht Hektar insgesamt. Auch Weizen, Mais, Kürbisse und Zuckerrüben baut der Landwirt an.

Die Handvoll Schafe, die neben dem Wohnhaus auf dem Hof zu finden ist, hält Schaffer „nur aus Spaß“.

Bleibt die Frage, wieso der grüne Spargel grün ist. „Da er ja aus der Erde heraus und dann über der Erde wächst - an guten Tagen schießt er bis zu vier Zentimeter in die Länge - trifft die Sonne unmittelbar auf die Pflanze und regt die Chlorophyll-Bildung an.“ Das Chlorophyll verleiht dem Spargel dann die grüne Farbe. Zudem muss man ihn im Gegensatz zum weißen nicht schälen, im Geschmack ist er einen Tick kräftiger. Ob das der Grund dafür ist, dass Schaffer „im Fernsehen noch nie einen Koch gesehen“ hat, der weißen Spargel zubereitet?

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