Planungsausschuss

Denkmalschutz - mehr als nur Fassade

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Viele Häuser sind an der Ziegelei bereits bewohnt.  

Groß-Zimmern - Eine rote Linie soll mitten durch den Bebauungsplan „Alte Ziegelei“ gezogen werden und den Geltungsbereich in einen nördlichen und einen südlichen Abschnitt teilen. Von Gudrun Fritsch

Das ermöglicht den Parlamentariern, dringend anstehende Entscheidungen bereits jetzt zu fassen und die eher strittigen Änderungen des Plans - zu denen es etliche Einwendungen gab - auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Mit dieser am Montag im Planungs- und Umweltausschuss eingereichten neuen Beschlussvorlage kam man dem Antrag der Grünen sowie Einsprüchen aus der Bevölkerung entgegen, die durch die zweite Änderung des Bebauungsplanes vor allem den Naturschutz gefährdet sehen.

Zergliederung in nördlichen und südlichen Teil

Bei der Beratung dieses Tagesordnungspunktes wurde Bürgermeister Achim Grimm vom Beigeordneten Clemens Geiß (CDU) vertreten, da Grimm als Eigentümer eines Grundstückes an der Ziegelei als befangen gelten könnte.

Nachdem sich die Ausschussmitglieder über die Zergliederung in einen nördlichen und einen südlichen Bereich einig waren, wurde in der Folge ausschließlich über die Grundstücke an der Darmstädter Straße im Norden des Baugebietes gesprochen. Das Planverfahren im südlichen Teil soll bis auf weiteres nicht fortgeführt werden. Hier gelten somit die bisherigen Festsetzungen.

Plan und Wirklichkeit: Im Süden nichts Neues.

Da die Fabrikfassade des ehemaligen Ziegeleigebäudes mit den beiden Reliefs des Bildhauers Well Habicht als Frontansicht voraussichtlich in ein Mehrfamilienhaus integriert werden soll, wollen die Projektentwickler Aumann und Früchtenicht das Randgrundstück (im Bild oben links, wir haben berichtet) zwecks besserer Sicht und um Platz für einen ausreichend großen Baukörper zu schaffen zehn Meter nach Süden verschieben. Darauf haben sie sich mit der Denkmalschutzbehörde des Kreises verständigt. Zwischen dem ebenfalls zu erhaltenden alten Fabriktor und dem Gebäude sollen auch die Skulpturen - Fisch und Katz" - aufgestellt werden. Entsprechend soll auch die geplante Stichstraße ein Stück verlegt und das Grundstück somit vergrößert werden. Diese Einteilung wurde im Ausschuss insgesamt so akzeptiert.

Fragen gab es in Bezug auf den Grünstreifen am Rand des Baugebietes, für den keine Bodennutzung vorgesehen ist, und den Fahrradweg.

Beschluss am kommenden Dienstag

Um Projektentwickler Christian Früchtenicht zu Wort kommen zu lassen, unterbrach der Ausschussvorsitzende Jost Scharna (CDU) die Sitzung.

Die Radwegplanung liege bei Hessen Mobil. Schon früh habe man den Kontakt zum NABU gesucht und diesem den vier Meter breiten Randstreifen angeboten. Anfangs habe es Überlegungen gegeben, hier eine Umwegung zu schaffen. Doch der bewachsene Grünstreifen solle naturbelassen bleiben, so die Forderung des NABU. Eigentümer könnten zwar auch Anwohner sein, aber der Grünstreifen dürfe nicht als Teil eines Gartens genutzt werden. Um zu vermeiden, dass hier Zäune, Hütten oder Schaukeln Platz finden, wäre es besser, wenn der Randstreifen an die Naturschützer ginge, betonte Peter Eickhoff (Grüne).

Das Parlament wird am Dienstag, 11. September, hierüber beschließen.

Heute Abend wird es im Haupt- und Finanzausschuss neben Satzungsänderungen und Neufassungen von Entgeldordnungen auch um den Sonderprüfbericht zur Kassenführung der Gemeindeverwaltung gehen. Die Sitzungen im Rathaus beginnen jeweils um 20 Uhr.

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