Viele interessierte Zwei- und Vierbeiner beim „Tag für Menschen mit Hund“

„Der will nur spielen“

Für die Hunde ist der Tag für „Menschen mit Hund“ ein spannendes Erlebnis. So viele Artgenossen treffen sie sonst selten auf einmal.

Groß-Zimmern - „Der beißt nicht, der will nur spielen“, diesen Spruch von Hundebesitzern kennen wohl alle Spaziergänger, Jogger oder Radfahrer. Eva Ling, Hundetrainerin in Groß-Zimmern, übersetzt die Worte ein wenig anders. Von Ulrike Bernauer

„Der will jetzt nicht hören, denn sonst hätte ihn der Besitzer gerufen und der Hund wäre gekommen“, sagt sie. Am Sonntag veranstaltete Ling, die beim bundesweit bekannten Hundetrainer Martin Rütter ihre Ausbildung absolviert hat, einen Tag der offenen Tür in ihrem „Zentrum für Menschen mit Hund“.

Groß war der Andrang in der Max-Planck-Straße, das Angebot nutzten viele Hundehalter, natürlich mit ihren Lieblingen. Sie konnten sich bei Vorführungen von weiteren Hundetrainern, die nach Rütters Methode „dog orientated guiding system“ (D.O.G.S.) arbeiten, über die Methoden der Schule informieren.

So zeigten die Trainer, wie man Hunden auch wortlos, nur mit Handzeichen, Befehle geben kann. Drei der vier Hunde gehorchen auch sofort auf die Handzeichen, der vierte benötigt immer noch einen zusätzlichen wortlosen Befehl. „Die Hunde sind wegen des Andrangs nervös, da klappt das nicht so ganz“, hört man aus der Zuschauermenge. Und letztendlich funktioniert die Vorführung, die Tiere gehorchen eben nicht aufs Wort, sondern auf das Handzeichen. „Heute sind viele Kunden oder ehemalige Kunden gekommen“, freut sich Eva Ling über den guten Besuch ihrer Veranstaltung. In ihren Trainingskursen erklärt sie Hundebesitzern erst einmal das Verhalten des Tieres. „Was machen die gerade, wann soll man die Hunde laufen lassen und wann soll man eingreifen.“ Spezielle Kurse veranstaltet Ling auch, so zum Beispiel über das Jagdverhalten des vierbeinigen Freundes.

Auf den Hund gekommen ist die Trainerin schon mit 18 Jahren. Zurzeit hat sie zehn eigene Vierbeiner, die fast alle aus Tierheimen stammen. „Darunter sind auch Senioren, die einfach nur mitlaufen, aber auch Hunde, die bei der Erziehung der Jüngeren sozusagen assistieren.“

Astrid Meier aus Bensheim hat wie fast alle Besucher ihren Hund mitgebracht. Er heißt Kimi und ist ein großer Mischling aus Golden Retriever und Riesenpudel. Den Retriever sieht man ihm kaum an, der Pudel hingegen ist am Körperbau und an den vielen kleinen Löckchen zu erkennen. „Der Pudel ist schon ziemlich durchgeschlagen“, kommentiert Meier, „aber vom Verhalten her kommt auch der Retriever zur Geltung, Kimi ist sehr freundlich.“ Meier hatte schon immer Hunde, mit Kimi besucht sie die „Junghundegruppe“. Zwischen drei und sechs Altersgenossen sind zusammen in einer Gruppe, „so dass immer genug Zeit für den einzelnen Hund ist.“

Klaus Sommer, Lehrer an der Schule im Angelgarten, ist mit seiner Tochter Svenja und dem Familienhund, einem Border Collie, gekommen. „Wir wollten einfach mal nach anderen Hunden schauen, die Hundeschule haben wir schon früher absolviert.“ Auf den Trainingsplatz will Sommer seinen Hund nicht schicken. „Der dreht dann dermaßen auf, da haben wir Angst, dass er sich verletzt.“ Einen besonderen Leckerbissen gibt es noch für die Hundeliebhaber. Mit Stefan Ring ist ein Profifotograf da, der sich auf Tierfotografie spezialisiert hat. Brav sitzt ein Hund vor der Leinwand und sein Frauchen wedelt hinter dem Fotografen mit dem Lieblingsspielzeug. So ist sichergestellt, dass das tierische Modell auch schön aufmerksam in die Kamera schaut.

Kaffee und Kuchen gibt es auch für die Menschen, der Erlös von 220 Euro geht nach dem Tag der offenen Tür bei der Hundeschule an den Tierschutzverein „Tiere in Not Odenwald“.

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