Unterstützung für die katholische Kirche

Ein Diakon mit Familie

Erste Amtshandlungen als neuer Diakon der Bartholomäusgemeinde. Fotos (2): Bernauer

Groß-Zimmern - Vier Stolen gibt es für den neuen Diakon Martin Gölz am Sonntag bei einem Empfang im katholischen Gemeindezentrum. Eines der Tücher ist rot. „Damit Du mit Feuer und Flamme und mit Herzblut das Wort Gottes verkündest“, wünscht Gemeindereferentin Jutta Moka. Von Ulrike Bernauer

Eine grüne Stola erhält Gölz von Gisela Blome und Esther Herbert für den Alltag in einer Kirchengemeinde. Lila ist die Farbe des Gewandes vom Pfarrgemeinderat: „damit du die Armen und Benachteiligten nicht aus den Augen verlierst. “ Ein weißes Tuch überreicht Johannes Wreesmann vom Pfarrgemeinderat: „Für deine Familie, deinen Zufluchtsort, wo du zuhause bist. “.

Am Samstag war Martin Gölz im Hohen Dom zu Mainz zum Diakon geweiht worden. Am Sonntag folgte in einer feierlichen Messe die Einführung des „Neuen“ in die Gemeinde. Pfarrer Christian Rauch ist froh, dass er nun wieder geistliche Unterstützung erhält. „Es geht mir weniger um eine Entlastung von Aufgaben“, sagt Rauch im Gespräch am Rande des Empfangs. „Aber ich freue mich, dass in unserer Gemeinde nun eine weitere Persönlichkeit ins Spiel kommt, die andere Ideen und Vorstellungen mitbringt und das Miteinander mit Sicherheit bereichern wird.“

Gölz kann dem katholischen Pfarrer, der die kirchlichen Aufgaben nach dem Ausscheiden von Pfarrer Herbert Wendt alleine erledigt hat, allerdings auch einiges an Arbeit abnehmen. Er ist berechtigt, den Wortgottesdienst zu halten, er darf Taufen, Trauungen und Beerdigungen durchführen. „Das ist aber nicht seine eigentliche Aufgabe“, so Rauch. „Martin Gölz soll vor allem im Dienst an den Armen und Kranken tätig werden. Während ich vom Altar in die Gemeinde wirke, ist es bei Martin Gölz umgekehrt. Er wird von den Rändern der Gemeinde zum Altar hin wirken.“

Die Voraussetzungen dafür sind beim neuen Diakon gut. „Ich freue mich, dass Martin Gölz auch in Groß-Zimmern wohnt“, sagt Bürgermeister Achim Grimm. Diese Ortsnähe mache ihn greifbar und gebe ihm Verantwortung. Beides sei wichtig, nicht nur für die kirchliche, sondern auch für die bürgerliche Gemeinde. Den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats, Heiko Richter, kennt der Diakon schon sehr gut, arbeiteten die beiden doch über zehn Jahre in der Bischof-Ketteler-Schule in Klein-Zimmern zusammen. „Ich konnte in dieser Zeit sehen, dass dir die Seelsorge wichtig ist, und ich freue mich auf eine weitere gute Zusammenarbeit“, betont Richter.

Gölz freut sich über die Herzlichkeit, mit der er in der Gemeinde aufgenommen worden ist.

Vier bis sechs Stunden wöchentlich wird der Diplom-Theologe und Diplom-Pädagoge ehrenamtlich in die Gemeindearbeit investieren. Sein Dekret (vergleichbar mit einem Arbeitsvertrag) vom Mainzer Bischoff ist vorerst auf zwei Jahre begrenzt, erlischt aber spätestens mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres. Es verpflichtet den Neuen zu stetigen Fort- und Weiterbildungen.

Drei Jahre hat seine Ausbildung zum Diakon gedauert. Das war relativ kurz, da er schon ein abgeschlossenes Theologiestudium hinter sich hatte. „Ich fühle mich jetzt an meinem Platz“, sagt Gölz, der auch schon mal Ordenspriester war, im Alter von 25 Jahren das Kloster aber wieder verlassen hat.

„Ich wollte Leben weitergeben können und das hat sich mit den Aufgaben eines Ordenspriesters nicht vereinbaren lassen.“

Nun ist Gölz glücklich über seine Familie, Ehefrau Marion und den zehnjährigen Sohn Moritz. Der Diakon ist das einzige geistliche Amt, das in der katholischen Kirche auch verheiratet ausgeübt werden kann.

Gleichzeitig mit dem Amt des Diakons hat Gölz seinen persönlichen Platz in der Kirche und in der Gemeinde gefunden. „Ich habe meine Gaben entdeckt, meine Aufgaben gefunden und werde sie mit Hingabe erfüllen.“

Kommentare