Diamantene Hochzeit jetzt und im Sommer

Groß-Zimmern - (bea) „An der Zimmerner Kerb bei der Tanzmusik haben wir uns kennen gelernt“, strahlt Else Pullmann (80). Das war 1948. Ein Jahr danach wurde im März geheiratet. „Wir sind eben schnelle Leut“, ergänzt Karl Pullmann (81) heiter. Heute feiern die gebürtigen Groß-Zimmerner ihre Diamantene Hochzeit.

Im Ort sind die beiden sehr bekannt - kein Wunder bei den vielen Vereinsämtern, die Karl Pullmann inne hatte - zudem engagierte sich der Sozialdemokrat von 1968 bis 1984 im Gemeindeparlament. Weit über 60 Jahre war er aktiver Sänger beim Arbeiter Gesangverein „Einigkeit“ (AGV), inzwischen ist er dort Ehrenmitglied. Auch beim Anglerverein, dem er seit 56 Jahren die Treue hält, zählt er zur Ehrenbteilung. Das Gewerkschaftsbuch der IG Metall hat er seit 1945 und das Rote Kreuz unterstützt er seit über 30 Jahren. Für sein gesellschaftliches Engagement erhielt der Zimmerner 1980 den Landesehrenbrief, den Zimmerner Ehrenteller bekam er 1991.

Auf die Frage, ob sie ihren Karl bei so viel Engagement auch manchmal gesehen hat, antwortet die Jubilarin: „Abends war er dann daheim“. Tagsüber konnten sich die beiden früher kaum sehen. Karl Pullmann arbeitete erst als Montageinspektor bei der Firma Nohl, später war er im Zimmerner Rathaus auf dem Bauamt für Ausschreibungen und Bauleitungen der Gemeinde zuständig.

Else Pullmann hat ebenfalls viel außer Haus gearbeitet. Nach einem Landjahr bei Bauer Bernhardt war die gelernte Schneiderin bei verschiedenen Kleider- und Strickwarenfabrikanten beschäftigt. Zwei Kinder haben die beiden, Sohn Wolfgang und Tochter Ursula Olbrich, die im Zimmerner Vereinsleben (Rad- und Rollsportverein) auch eine wichtige Rolle spielt.

Während er vom Singen und vom Angeln schwärmt, fühlt sich die Jubilarin im Garten und beim Haushalt am wohlsten, mit Begeisterung macht sie Handarbeiten.

Tochter Ursula erinnert daran: „Das Campen war doch euer ganz großes Hobby“. Sofort nicken beide und ihre Augen leuchten. Jahrelang ging es im Sommer nach Trennfurt an den Main, wo sie ihren Wohnwagen stehen hatten. „Das war eine lustige Gesellschaft dort“, erinnert sich Else Pullmann. „Wir sind geschwommen, im Spessart gewandert und ich habe geangelt“, erinnert sich der Gatte gerne.

Heute sitzt er am liebsten daheim in der Waldstraße im Garten am Teich, den der Schwiegersohn gebaut hat, geangelt wird dort aber nicht. „Ich gehe ab und zu noch zum Anglerteich, im Kopf zumindest“, lacht Pullmann.

Besonders glücklich sind die Jubilare, wenn die vier Enkel und drei Urenkel kommen. Beide freuen sich sehr auf das 60-jährige Jubiläum, wenn die ganze Familie vorbeischaut und außerdem mit dem Besuch von Freunden sowie Nachbarn gerechnet werden kann. Und im Sommer planen sie dann noch eine große Feier im Garten.

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