Firmenjubiläum: 50 Jahre Ingenieurbüro Reitzel

„Die Mitarbeiter sind unser größtes Kapital“

Stolzer Opa Michael Reitzel mit Enkel Lemalian. - Fotos: Friedrich

GROSS-ZIMMERN - Es ist keine Einzelleistung, sondern die eines Teams. Auf diese Sichtweise hatte Georgi Reitzel stets bestanden. „Ohne sie gäbe es kein Ingenieurbüro Reitzel“, knüpft Michael Reitzel, Sohn des Firmengründers, bei der Jubiläumsfeier zum 50. Von Ursula Friedrich

Geburtstag des Unternehmens an.

Beide haben mit ihrem Wirken im zivilen und militärischen Bereich regional und sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus ihre Handschrift hinterlassen. Im Straßenbau und dem Bau von Kläranlagen, im Kanal- und Pflasterbau, bei der Planung von Hochbauten, etwa Sportanlagen, Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshäusern, Friedhöfen, der Entwässerung von ICE-Strecken, der Planung von Militärflugplätzen, Raketen-Abschussstellungen, Munitionsbunkern, Sicherheitssystemen. Diese Liste ließe sich sogar noch fortsetzen.

Georgi Reitzel, einst mit 19 Jahren der jüngste Bauingenieur Deutschlands, machte sich 1962 selbstständig, um zunächst im Wohnzimmer in Gundernhausen mit einer Handvoll Mitarbeitern zu planen. Viele militärische Projekte aber auch Baugebiete, Wasserversorgung und Straßenbau prägten die Pionierzeit. Seit Perestroika, der Wiedervereinigung Deutschlands, spätestens seit der Jahrtausendwende , ist der militärische Zweig des Unternehmens Geschichte.

Ein zwanzig Mitarbeiter umfassendes Team ist heute primär mit der Planung und Ausführung von Tiefbauarbeiten für Kommunen, Verbände und Firmen tätig. „Unsere Mitarbeiter sind im Durchschnitt 20 Jahre bei uns beschäftigt, einige sogar über 40 Jahre“, erzählt Michael Reitzel, der nach dem plötzlich Tod seines Vaters seit Juni 2008 als alleiniger Geschäftsführer an der Spitzedes Unternehmens steht.

Schon als kleiner Junge hat der 54-Jährige nach der Schule im Ingenieurbüro mitgearbeitet und qualifizierten Männern wie Edwin Seeger (der bis heute eine beratende Funktion inne hat) über die Schulter geschaut. Einen anderen Beruf, als den des Ingenieurs zu ergreifen, kam für ihn nicht in Frage.

Michael Reitzel studierte Bauingenieurwesen an der technischen Hochschule Darmstadt (1977-1984) und stieg im Jahr darauf in den väterlichen Betrieb ein. Der Philosophie des Unternehmens - Qualifikation, Innovation, Erfahrung - wird durch eine stetige fachliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter Rechnung getragen.

Michael Reitzel erwarb Zusatzqualifikationen als zertifizierter Kanalsanierungsberater, ist Gründungsmitglied des Verbands Qualitätssicherung Pflasterbau und mehr. Als 1970 das Wort Computer nur wenigen Zeitgenossen ein Begriff war, wurde im Groß-Zimmerner Ingenieurbüro der erste Rechner als neue Arbeitskraft involviert. „Wir waren eines der ersten Unternehmen, das die Kanalsanierung mit Robotersystemen durchgeführt hat“, erzählt Reitzel.

Privat ist er Familienmensch, kocht gerne und genießt das Zusammensein mit dem jüngsten Sprosss der Reitzels: Enkel Lemalian, eineinhalb Jahre alt. Seine drei Töchter haben beruflich ihren Weg gefunden. Vera ist Lehrerin, Lisa im kaufmännischen Bereich des Ingenieurbüros tätig und Mareike studiert Bauingenieurwesen, um eventuell einmal Chefin des Familienunternehmens zu werden. Reitzel, einst passionierter Handballer ist trotz seines neuen Lieblingssports Golf noch immer „eng mit dem Turnverein verbunden, wo ich seit Jahrzehnten auch Vorstandsämter wahrnehme.“

Der Betrieb, der sich in dieser Zeit gegenüber dem ersten Jahrzehnt stärker spezialisiert hat, umfasst das Aufgabenspektrum Kanal-, Wasser- und Straßenbau, Verkehrstechnik, die Erschließung neuer Baugebiete, Abwasserbeseitigung vom Kanalsanierungskonzept bis hin zum Kläranlagenbau, Sportanlagen.

Sichtbare Beispiele der 50-jährigen Firmengeschichte sind der Kreisverkehr an der Ortsausfahrt Groß-Zimmern Richtung Gundernhausen, das Wasserwerk Hergershausen, Ortsdurchfahrten in Groß-Bieberau, Brensbach, Ober-Ramstadt, die Umgestaltung des Unternehmens Schenck in Darmstadt zu einem modernen Technologie- und Industriepark und vieles mehr.

„50 Jahre Ingenieurbüro Reitzel waren 50 Jahre Dienst für Mensch und Umwelt“, sagt Michael Reitzel in seiner Laudatio zum Firmenjubiläum und betont nochmals dankbar: „Meine Mitarbeiter sind mein größtes Kapital.“

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