Diebe mögen das Dunkel

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Polizeioberkommissar Wolfgang Thomas und Thomas Frank vom freiwilligen Polizeidienst (von links) klingelten auch bei Angela Kühn.

Groß-Zimmern (bea) ‐ „Wenn Sie das Gefühl haben, da stimmt was nicht, dann rufen Sie die Polizei.“ So lautet ein entscheidender Tipp von Polizeihauptkommissar Klaus Pauls. In der dunklen Jahreszeit nehmen erfahrungsgemäß die gewaltsamen Einbrüche leicht zu und deshalb ist die Polizei am Donnerstagnachmittag mit dem Präventionsmobil nach Groß-Zimmern auf den Parkplatz des Penny-Marktes gekommen.

Im großen Bus stellt der Dienststellenleiter der Polizeistation Dieburg Einbruchssicherungen vor für Türen und Fenster, Bewegungsmelder und was sonst noch so gegen unliebsamen Besuch in den eigenen vier Wänden hilft.

Im Gespräch, das sich mit den „Kunden“ entwickelt, geben Pauls und Fred Hosse, Hauptkommissar der kriminaltechnischen Beratungsstelle am Polizeipräsidium Südhessen, aber auch noch ganz andere Ratschläge. „Seien Sie ein wachsamer Nachbar“, heißt einer davon.

Zimmern immer noch beliebt bei Einbrechern

Das Präventionsmobil macht in Zimmern Station, weil die Gersprenzgemeinde immer noch ein Schwerpunkt bei den Haus- und Wohnungseinbrüchen ist. „Groß-Zimmern liegt verkehrstechnisch sehr günstig“, erklärt Pauls. „Das macht den Ort für Einbrecher attraktiv, die oft nicht örtlich, sondern regional oder überregional agieren.“ 28 gewaltsame Einbrüche gab es im Jahr 2009, zwölf bisher in diesem Jahr.

Das sind zwölf Geschädigte, die nicht nur einen Verlust an Geld und Wertsachen erlitten haben, sondern auch mit einem Eindringen in ihre intime Privatsphäre fertig werden müssen.“

Die meisten Haustüren sind gut gesichert

Im Präventionsmobil der Polizei zeigt Hauptkommissar Fred Hosse (links) den Besuchern Sebastian und Thomas Lukas-Klock Sicherungssysteme.

Das schlimmste war, dass alles durchwühlt war“, berichtet eine Zimmernerin. Parallel zur Information im Präventionsmobil haben sich am Donnerstag vier Teams von Polizisten und Hilfspolizeikräften aufgemacht und gehen von Tür zu Tür. Der Lokalanzeiger begleitete Polizeioberkommissar Wolfgang Thomas und Thomas Frank vomfreiwilligen Polizeidienst. In Gesichtern der meisten Menschen, die der Polizei öffnen, zeichnete sich erst mal Erschrecken oder Sorge ab. Schließlich klingeln nicht jeden Tag zwei Polizisten in Uniform an der Tür. Als die ihr Anliegen erklärt hatten: „Wir wollen in der dunklen Jahreszeit Aufklärungsarbeit betreiben“, hellten sich die Gesichter auf. Bereitwillig ließen die Bürger nach ihren Haustüren schauen, die meisten waren gut gesichert und ließen sich nicht so einfach aufhebeln.

Thomas und Frank bekamen aber auch einige Geschichten hören, wie die von der Groß-Zimmernerin, die, als sie noch in Klein-Zimmern wohnte, nach einer Faschingssitzung die Wohnung durchwühlt vorfand. Die beiden Polizisten verteilten Infomaterial und verwiesen auf den Bus, der noch bis 16 Uhr besucht werden konnte.

„Seien Sie ein wachsamer Nachbar“

Auf seinen Hund als gute Präventionsmaßnahme setzt hingegen Thomas Lukas-Klock. „Ich würde die Technik einem Hund, der vor allen Dingen ja auch nicht immer da ist, vorziehen“, riet Hauptkommissar Hosse und zeigte einige Sicherungssysteme für Fenster. Immer wieder betonte er im Gespräch: „Seien Sie wachsam und ein guter Nachbar. Das hilft neben technischen Einbruchsicherungen am besten.“

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