Dieses Jahr feiert der Kerbverein Dreißigsten

+
Vereinsmensch und Solist: Nachdem Dirk (Hasi) und Miriam Heimburger das Jahr 2009 musikalisch verabschiedet hatten, erfreute Hasi die Gäste beim Neujahrsempfang des Kerbvereins mit einem Solo.

Groß-Zimmern (bea) ‐ „Unser neues Konzept hat sich bewährt“, stellte Thomas Beutel fest. Der Kerbvereinsvorsitzende hielt traditionsgemäß die Eröffnungsrede beim ersten Neujahrsempfang des Jahres in Zimmern, der am Sonntagvormittag wie immer im Glöckelchenkeller stattfand.

Beutel lobte den Kerbborschtejahrgang 2009, der trotz relativ geringer Anzahl aktiver Jahrgangsmänner eine tolle Kerb ausgerichtet und gefeiert habe. Sorgen machte Beutel die gegenüber 2008 gestiegene Aggressivität unter den Besuchern. Dies habe neben vermehrten Polizeieinsätzen auch zu mehr Einsätzen der Rot-Kreuz-Helfer geführt.

In einer Nachbesprechung mit den Verantwortlichen mussten wir allerdings feststellen, dass viele der Einsätze des DRK nicht ursächlich auf Vorfälle auf dem Rathausplatz zurückzuführen waren, sondern verletzte Personen aus dem Umfeld der Mehrzweckhalle zur Behandlung auf den Kerbplatz kamen“, erklärte Beutel und schlug vor, von Seiten der Ordnungsbehörde zu prüfen, ob mit der Vergabe von Kerbkonzessionen auch ein Sicherheitsdienst präventiv vorgeschlagen werden könnte. Hintergrund dieser Anregung des Kerbvereins: Der Rot-Kreuz-Einsatz auf dem Roten Platz wird vom Kerbverein finanziert. „Es kann nicht angehen, dass wir auch die Kosten für den innerörtlichen Bereich übernehmen“, so Beutel.

Der Vorsitzende blickte nicht nur zurück, sondern gab auch einen Ausblick auf die Aktivitäten des Vereins im gerade angebrochenen Jahr.

2010 feiert der Verein 30-jähriges Bestehen. Der Kerbverein wurde 1980 von einigen Zimmernern, darunter der Ehrenvorsitzende Heinz Held, gegründet. Eigentlich war geplant, zum Geburtstag ein Kerbdenkmal aufzustellen. „Leider lässt sich das Vorhaben in diesem Jahr nicht verwirklichen, da sich die Tätigkeiten des Vereins außer auf die Kerb 2010 auf den Bau des Zeughauses konzentrieren wird“, erklärte Beutel. Alle Genehmigungen hierfür seien erteilt, die Angebote eingeholt, es könne losgehen.

Stadt schnallt bei Vereinsförderung den Gürtel enger

Beutel bat in diesem Zusammenhang auch um Mithilfe beim Bau sowohl in handgreiflicher als auch in finanzieller Art. Und das ganz besonders vor dem Hintergrund, dass die Gemeinde die Vereinsförderung stark zurück fahre.

Auch Bürgermeister Achim Grimm, der nach dem Kerbvereinsvorsitzenden Beutel das Wort ergriff, sprach die aktuelle finanzielle Situation an. Zwar müsse man bei freiwilligen Leistungen, zu denen neben der Mehrzweckhalle oder dem Schwimmbad auch die Kinder- und Jugendförderung gehöre, umdenken, allerdings könne dies nicht bedeuten, die Einrichtungen zu schließen. Grimm forderte die Bürger und die Parteivertreter auf, „über die Parteigrenzen und den Kirchturm hinaus mehr zusammen zu rücken und kreative Ideen zu entwickeln“.

Der Verwaltungschef stellte noch einmal die größeren Projekte vor, die im Jahr 2010 angegangen werden:

Die Kindergärten Nordring und Blumenstraße werden energetisch saniert, hier stehen Bundes- und Landesmittel zur Verfügung. Eine energetische Sanierung wird es auch für das Hallenbad geben. „Die größte Baustelle ist allerdings die Mehrzweckhalle. Hier brauchen wir neue Wasserleitungen, eine neue Kesselanlage und ein neues Brandschutzkonzept“, so Grimm. Beginn der Bauarbeiten soll im März sein, Abschluss Mitte August, also noch rechtzeitig vor der Kerb.

Ein weiteres drängendes Problem der Gemeinde sprach Grimm mit der alten Ziegelei an. „Ich will nicht, dass diese Industrieruine mit ihren ober- und unterirdischen Problemen an der Gemeinde hängenbleibt“, betonte der Bürgermeister und forderte von der Politik Lösungen. Es gebe einen Investor und das Thema müsse entschlossen angepackt werden. Grimm dankte dem Kerbverein für sein Engagement und versprach, über eine mögliche „Rot-Kreuz-Steuer“ für die nächste Kerb nachzudenken. Einen Umschlag gab es für die Kerbvereinsmitglieder, die alljährlich das Glöckelchen mit Weihnachtsschmuck versehen. „Damit ihr einen trinken gehen könnt“, so Grimm. Einen trinken, das taten die Neujahrsempfangsbesucher auch an diesem Tag. Trotz finanzieller Sorgen und Nöte der Gemeinde knallten die Sektkorken. Neben den Getränken fand das kalte Büffet regen Zuspruch. Auch musikalisch wurde das Neue Jahr begrüßt, auch wenn der Liedtext „Nehmt Abschied, Brüder“ wohl eher dem alten Jahr geschuldet war.

Dirk und Miriam Heimburger stimmten die Gäste auf das Abschiedslied für 2009 ein und als besondere Überraschung gab „Hasi“ dann noch „Nessum Dorma“ zum Besten und stärkte seinen Ruf als Stimme des Odenwalds.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare