148 Drahtesel, edel oder schlicht

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Gutes Rad muss nicht immer teuer sein. Bereits eine Viertelstunde nach Beginn der Fahrradbörse am Samstag in der Albert-Schweitzer-Schule hat sich an der Kasse eine Schlange gebildet.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Es waren noch keine fünf Minuten vergangen und die ersten Fahrräder hatten schon ihre Besitzer gewechselt. Der Andrang bei der Fahrradbörse am Samstag war riesig. Schon um 9.45 Uhr warteten viele Interessenten auf die Öffnung an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS).

Um 9.57 Uhr hatten die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendförderung Erbarmen und ließen die Wartenden rein. Holger Bernius und Tochter Laura werden gleich beim ersten Jugendrad in der Reihe fündig. Der Sattel war zwar für die Schülerin noch etwas hoch, aber der lässt sich schließlich verstellen.

Mit dem Preis waren Vater und Tochter zufrieden. 45 Euro könne man sich das Zweitrad kosten lassen, das Laura für die Fahrt zur Schule benutzen wird. Zum ersten Mal ist Birgit Faig auf der Fahrradbörse. Auch sie hat den passenden Drahtesel schnell gefunden. Sie hält ein Fahrrad für ein Kleinkind in den Händen, 20 Euro soll es kosten. Die Zimmernerin würde auch für sich selber mal schauen, hat im Moment aber keinen Bedarf.

Der Schüler Henrik Hoeves stöhnt ein wenig über die schwer zu bedienende Gangschaltung. Mutter Birgit Hoeves hat jedoch ihre Wahl schon getroffen, es wird dieses Rad für ihren Sohn. „Wir steigen um von 20 auf 24 Zoll, das alte Rad ist zu klein“, sagt sie.

Im Geschäft nichts unter 200 oder 300 Euro

Großmutter Karin Hoeves hält noch ein anderes Rad fest: „Das ist für den zweiten Enkel.“ Die Hoeves haben quasi getauscht. Die alten Räder der beiden Söhne haben sie bei der Börse angeboten und die sind auch schon verkauft. Auch sie sind mit dem Preis für die beiden neuen Räder zufrieden.

Nicht gerade ein Schnäppchen haben sich Heike und Stefan Burkhardt für Tochter Svenja ausgesucht. Das gebrauchte Kinderfahrrad kostet noch stolze 150 Euro. Dennoch finden die Burkhardts den Preis in Ordnung.

„Das ist kaum gefahren, im Geschäft bekommen sie nichts unter 200 oder 300 Euro“, erklärt Vater Stefan. Die Familie ist extra aus Arheiligen gekommen, die anderen Fahrradbörsen in der Umgebung hatten sie verpasst.

Um 10.10 Uhr steht schon eine lange Schlange an der Kasse der Kinder- und Jugendförderung und das Angebot an Fahrrädern, Rollern, Inline-Skatern, aber auch Zubehör wie Helmen, hat sich schon ordentlich gelichtet. Trotzdem kommen immer noch neue Interessenten in die Halle der ASS.

Am Ende des Vormittags zieht Roswitha Göbel von der Kinder- und Jugendförderung Bilanz. Von 258 angebotenen Rädern und Fahrzeugen wurden 148 verkauft, 110 mussten die alten Besitzer wieder abholen. Zehn Prozent von jedem Verkauf sowie ein Euro bei nicht verkauften Gegenständen wandern in die Kasse des Veranstalters. Der ist um 502 Euro reicher.

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