Im September beginnt das Kindergartenjahr

Dreijährige haben alle einen Platz

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Wir bauen uns ein Haus: Bürgermeister Achim Grimm und Erzieherin Antje Heinrich mit den Kleinen im Kindergarten.

Groß-Zimmern - Am 1. September beginnt das neue Kindergartenjahr. Nachdem die Kita in der Angelgartenstraße in Betrieb ist, sind die Betreuungszahlen jetzt mit über 600 Plätzen in der Gemeinde auf einem neuen Rekordniveau. Von Gudrun Fritsch 

Wenn man in dieser Woche den Kindergarten Wichernweg besucht, ist es ungewöhnlich leise. Kein lautes Geschrei, kaum ballspielende Kinder im Garten, selbst im Toberaum ist es erstaunlich ruhig. Ähnlich sieht es aktuell auch in den anderen Einrichtungen aus. Zwar haben die Kindergärten nicht geschlossen, aber da darauf geachtet wird, dass jedes Kind mindestens einmal im Jahr zwei Wochen zusammenhängend Ferien hat, und parallel auch die meisten die Erzieherinnen im Sommer ihren Urlaub nehmen, ist derzeit überall nur die Ferienbesetzung anwesend. „Diese Woche sind lediglich 20 Kinder hier“, berichtet Antje Heinrich, stellvertretende Leiterin im Wichernweg. „Die Kollegeinnen nutzen diese Zeit, um Schränke aufzuräumen und Liegengebliebenes aufzuarbeiten.“ Am Montag, 1. September, wird man dann zunächst die Urlaubsrückkehrer begrüßen.

Die neuen Kinder kommen am Dienstag (2.) zu ihrem ersten Kindergartentag. „Wir haben kürzlich über 30 Schulkinder entlassen. Ebensoviele Neue werden wir dann aufnehmen“, sagt Heinrich und ergänzt: „Allein in einer Gruppe kommen 15 Kinder hinzu und viele davon sind erst kürzlich drei Jahre alt geworden. Das wird am Anfang ganz schön anstrengend.“ Sehr zufrieden ist Bürgermeister Achim Grimm darüber, dass mit dem neuen AWO-Kindergarten in der Angelgartenstraße erstmals allen Kindern in Groß-Zimmern ab dem dritten Lebensjahr (Ü3) auch ohne Wartelisten ein Platz angeboten werden kann. Sogar der Nachfrage bei Betreuungsplätzen für unter Dreijährige (U3) konnte entsprochen werden. „Alle, die ab dem ersten Lebensjahr einen Kindergartenplatz wollten, haben auch einen bekommen. Wir haben derzeit sogar Anfragen aus Umstadtund Reinheim“, so Grimm.

Immer noch zu wenig Ganztagsbetreuung

Auswärtige Kinder würden jedoch nur aufgenommen, sofern die Plätze für Zimmerner Kinder gesichert sind - auch für diejenigen, die erst im Laufe des Jahres nach ihrem Geburtstag nachrücken. Insgesamt sind die Kindergärten so gut wie ausgebucht. „Heute erst hat eine Mutter angerufen, deren Kind noch keine sechs Monate alt ist“, berichtet Heinrich. Sicher sei es gut, die Kinder so früh wie möglich zu melden, aber aktuell und voraussichtlich auch in nächster Zukunft könnten alle aufgenommen werden. „Wir müssen uns jetzt allerdings dringend Gedanken um die Ganztagsbetreuung machen“, sagt Bürgermeister Grimm. Von den weit über 600 Kindergartenplätzen sind nämlich bisher nur gut 200 mit Mittagessen und mit Betreuung auch am Nachmittag. „Dabei besteht in diesem Bereich die größte Nachfrage. Diese Plätze sind immer als erstes vergeben“, berichtet Grimm. Die Eltern können bei der Anmeldung Prioritäten für Kindergärten angeben, die ihr Nachwuchs besuchen soll. Die sind zumeist abhängig von den Öffnungsszeiten, die in allen Einrichtungen unterschiedlich sind, und zunehmend von der Möglichkeit der Ganztagsbetreuung, die nicht überall möglich ist.

Kinderfasching mit Spiderman (2013)

Kinderfasching mit Spiderman

„Wir sind bemüht, den Wünschen sofern möglich zu entsprechen“, sagt Grimm. Der Betreuungsbereich ist mit über 45 Stellen allein für die Gemeinde eine gigantische Herausforderung. Dass es derzeit in Zimmern so gut aussieht, sei unter anderem ein Erfolg der Betreuungskonferenz. 2011 hatten sich leitende Vertreter aus den Kitas und Schulen mit Betreuern und Politikern zusammengesetzt, die Lage diskutiert und ein Konzept erstellt. „Das müssen wir jetzt unbedingt überarbeiten“, so Grimm. Mit den zentralen Fragen „Wo stehen wir? Was wurde umgesetzt?“ will er jetzt bis zum Jahresende einladen und zum Thema Ganztagsversorgung in Schulen und Kitas ein erweitertes Betreuungskonzept erstellen lassen. Denn „Wir haben es auch weiterhin mit starken Jahrgängen zu tun und die Nachfrage an den Schulen ist ebenfalls groß.“

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