Das Düngemonster kommt

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Vorführstunde auf dem Acker zwischen Groß- und Klein-Zimmern.

Groß-Zimmern (mj) ‐ „Da kommt unser Düngemonster“, lacht Silke Reimund von der Arbeitsgemeinschaft Gewässerschutz und Landwirtschaft (AGGL). Und wahrlich: Im nächsten Moment rollt ein riesiger Traktor an, an den sowohl ein massiver Tank als auch ein mehrere Meter breites Arbeitsgerät angeschlossen ist, zu dem eine Vielzahl von dicken Schläuchen führt.

Auf einem Acker zwischen Groß- und Klein-Zimmern war kürzlich Vorführstunde. Eingeladen hatte neben der AGGL der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) sowie der Maschinen, Boden und Landschaftspflegeverband Südhessen (MBLV) um zu demonstrieren, wie sich die Wasserrahmenrichtlinie mit modernen Düngemaschinen zur Gülleausbringung am besten umsetzen lässt.

Ende letzten Jahres hat das Regierungspräsidium Darmstadt mit der AGGL einen Beratervertrag für eine grundwasserschonende Landwirtschaft abgeschlossen.

Regionale Anbaukulturen im Vordergrund

Ziel ist es, die Abgabe von Nitrat zu reduzieren um langfristig die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie für einen guten Zustand des Grundwassers zu erreichen. In der Landwirtschaft werden Nitrate als Dünger auch in Form von Gülle (Schweine- oder Rindergülle) eingesetzt. Diese Wirtschaftsdünger enthalten den für Pflanzen wichtigen Stickstoff, in dem sich das Nitrat befindet.

Nur das Nitrat, das nicht von den Pflanzen aufgenommen wird, gelangt ins Grundwasser. So ist neben der Düngemenge ebenfalls entscheidend, wie die Mittel auf die Ackerflächen ausgebracht werden. Deshalb gilt: Je gezielter die Ausbringung an die Pflanze, desto optimaler die Verwertung beziehungsweise je niedriger das ausgewaschene Nitrat. Die AGGL hat bereits mit der Beratung, deren Teilnahme freiwillig ist, begonnen. Bei den Düngeempfehlungen stehen die regionalen Anbaukulturen wie Raps, Mais, Winter- und Sommergetreide oder die Zuckerrübe im Vordergrund. Wichtig für die Empfehlungen sind genaue Kenntnisse des Stickstoffgehaltes in den Wirtschaftsdüngern.

Fahrzeuge sind über die MBLV zu bekommen

Die Arbeitsgemeinschaft hat deshalb Proben eingesammelt und von einem Labor analysieren lassen. Diese Untersuchungen werden ebenso wie auch die Bodenproben werden vom Land Hessen als sogenannte „beratungsbegleitende Maßnahmen“ finanziert.

Wie Martin Ries vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen sagt, ist die vorgestellte Fahrzeugtechnik, die gleichermaßen hohe Effizienz und Gewässerschutz verbindet, mit einem finanziellen Aufwand verbunden. So lohnt die Anschaffung nur bei wirtschaftlich großer Auslastung.

Das sei bei Einzelbetrieben seltener der Fall, weshalb eine Anschaffung meist über Verbände wie etwa die MBLV geht, die ihren Mitgliedsbetrieben dann diese Dienstleistung zur Verfügung stellt.

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