Dynamik und besinnliche Stimmung

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Die Kirchenmusiker des Bläserchors zeigten sich bestens aufgestellt.

Groß-Zimmern - Ein großer Schlussapplaus des Publikums ist eine tolle Sache. Doch jeder Musiker weiß, dass erst wenn auch der Chorleiter zufrieden ist, eine großartige Leistung abgeliefert wurde. Von Michael Just

Und der Leiter war sehr zufrieden: „Wir haben dynamisch und flott gespielt, so wie es beim Stück ,Rhapsodia’ der Fall sein soll. Und wir haben eine ruhige, adventliche Stimmung verbreitet, wie es bei Mendelssohn-Bartholdy angedacht ist“, erzählt Klaus Wörtche, Leiter des katholischen Bläserchors Groß-Zimmern. Zusammen mit der Bläserjugend, den Kantorinnen und den Flötenkreisen stand in der Pfarrkirche St. Bartholomäus kürzlich das alljährliche „Festliche Konzert“ an.

Vor vollbesetzten Sitzreihen wählten die Verantwortlichen ein Programm aus, das reichlich Abwechslung bot. Dafür sorgten nicht nur Stücke, die zwischen weltlicher und kirchlicher Musik variierten, sondern auch die Kantorinnen, die zu Beginn von der Empore ihre Stimmen erhoben. Traten sie zu Beginn alleine auf und schufen mit ihren Stimmen einen gelungenen Gegenpol zu den Instrumenten, so fand als Konzert-Höhepunkt eine musikalische Vereinigung statt.

Katholische Posaunenchor kommt auf 20 Auftritte im Jahr

Die Bläserjugend präsentierte sich nach der Begrüßung frisch und ungezwungen mit Filmmusik aus dem rosaroten Panther oder dem Stück Brass Rock. Die Blockflöten-Mädchen hatten drei Werke aus dem Bereich der Klezmer-Musik inpetto während die Blockflöten-Frauen sich mit „Halleluja“ und „Amen“ an zwei Klassiker von Georg Friedrich Händel hielten. Der katholische Posaunenchor kommt auf rund 20 Auftritte im Jahr. Vor allem an den großen kirchlichen Feier- und Festtagen ist er ein unverzichtbarer Bestandteil der Gottesdienste. Aber auch an Kerb auf der Ranch oder bei Hochzeiten im privaten Bereich spielt er auf.

Das „Festliche Konzert“ stellt jährlich den großen Höhepunkt des rund 30 Personen umfassenden Orchesters dar. Wie wichtig man diesen Auftritt nimmt, zeigte das Vorbereitungswochenende in Würzburg.

Klasse in Sachen Rhythmus und Klang bewiesen

Bereits nach den Sommerferien startet Jahr für Jahr die Vorbereitung. Zuerst werden die weltlichen Stücke eingeübt. „Wir können im Sommer doch keine Weihnachtslieder spielen“, erklärt Wörtche schmunzelnd. Vor allem mit „Rhapsodia“ und „Adventure“, die alleine schon durch ihre Länge von bis zu sieben Minuten Größe beinhalten, bewiesen die Kirchenmusiker am vergangenen Sonntag ihre Klasse in Sachen Rhythmus und Klang sowie ihre Ansiedlung im anspruchsvollen Bereich der symphonischen Blasmusik. Ob mit Tuba, Posaune, Saxophon, Trompete, Tenor- und Flügelhorn, Querflöte, Klarinette oder Fagott - die Musiker sind derzeit bestens aufgestellt.

Nach den Blockflöten bewegte sich das Programm thematisch zunehmend auf Weihnachten zu. Angefangen mit „Singet fröhlich im Advent“, bei dem die Besucher zum Mitsingen aufgefordert waren, folgte alsbald Felix Mendelssohn-Bartholdys „Hebe deine Augen auf“. Der Höhepunkt kündigte sich mit „Tochter Zion“ an und so mit einem Stück, das kaum festlicher daherkommen könnte.

Als Finale wurde erneut mit den Besuchern gemeinsam gesungen, bevor „Feliz Navidad“ darauf hinwies, dass der Heiligbend nicht mehr allzuweit entfernt ist.

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