Liedermacher Rainer Weisbecker präsentiert „Hessisch zum Doodlache“

Ebbelwoi trifft Mundartblues

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Himmlisch erfrischend, höllisch gut: Der Niederräder Mundartdichter Rainer Weisbecker begeisterte im Gewölberkeller mit seinem Programm „Gude Petrus“.

Groß-Zimmern (ula) ‐ Die anwesende Geistlichkeit war ebenso bass erstaunt wie das „gemeine“ Volk: Da musste erst ein waschechter Frankfurter aus der Ebbelwoi-Hochburg am Main importiert werden, um Insiderkenntnisse über Himmel und Hülle zu verbreiten? Im Gewölbekeller des Kulturzentrums Glöckelchen beschwor Rainer Weisbecker (über „ominöse klerikale Kanäle“) himmlische Heerscharen, satanische Episoden und kleine Intermezzi aus dem Arbeitsalltag von „Himmelsmanager“ Petrus herauf.

Unter dem Motto „Gude Petrus – Himmlisch Hessisch zum Doodlache“ berichtete der Mundartdichter und Liedermacher von Himmelsgeschöpfen und heiteren Episoden rund ums Dies- und Jenseits. Da erfuhr das unwissende Publikum im gut gefüllten Keller, dass auch im Jenseits die himmlischen Heerscharen leidenschaftlich Fußball spielen, das Fegefeuer ein durchaus heiß ersehnter Ort ist und selbst der Herrgott „ein Krippel sein kann“. Weisbeckers Handwerkszeug: Gitarre, Mundharmonika und ein unermüdlich sickernder Strom heiteren Gebabbels im Frankfurter Dialekt.

Manfred Göbel, der das Publikum begrüßte, hatte den gebürtigen Niederräder einst kennengelernt und nach Zimmern gelotst. Dort ergoss der freischaffende Liedermacher ein Füllhorn tiefsinniger, banaler und philosophischer Lieder und Abhandlungen über sein Publikum aus.

Bei Ebbelwoihymne, Mundartblues und heiteren Gedichten waren schließlich selbst die letzten Gäste den satanischen Verlockungen erlegen und sangen beschwingt mit: „Isch will nit da nuff und isch will nit da noi, weil die Höll soll en Ebbelwoikneip´ sei!“

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