Glückliche Jubilarin mit drei Enkeln und fünf Urenkenl

Edeltraut Look ist jetzt 90. Jahre alt

Edeltraut Look feierte 90. Geburtstag. - Foto: Bernauer

Groß-Zimmern - „Ich habe auf den Zug gewartet, da habe ich meinen Mann kennengelernt“, erzählt Edeltraut Look, geborene Deuter. Ihr späterer Gatte war schwer verletzt aus dem Krieg heimgekehrt, wegen seiner Verwundung musste er dann nicht wieder zurück an die Front. Von Ulrike Bernauer

Das geschah im Jahr 1941, da war die junge Frau gerade einmal 17 Jahre alt. Ein Jahr später heirateten sie.

An Heiligeabend feierte Edeltraut Look ihren 90. Geburtstag. Am 24. Dezember 1923 wurde sie in Bialken in der Provinz Ostpreußen geboren, heute gehört es zu Polen. Acht Jahre besuchte sie die Schule in Sedlinen, nicht weit von ihrem Geburtsort entfernt.

Sie hatte zwei Schwestern und zwei Brüder, „die sind aber schon heimgegangen“, sagt sie. Besonders gut erinnert sie sich an ihre Flucht im Januar 1945. „Wir fuhren im zweitletzten Flüchtlingszug nach Westen, mein Mann hatte einen Wagon mit Bollerofen gesucht. Immer wenn der Zug Halt machte, besorgte er Kohlen und ich habe Wasser zum Windeln waschen geholt.“

Die älteste Tochter war zu diesem Zeitpunkt acht Monate alt. In Mecklenburg musste die junge Familie dann in ein Pferdefuhrwerk umsteigen, in ihrer ersten Unterkunft blieben sie gerade einmal vier Wochen. Sie zogen oft um, da Ehemann Hans bei der Reichsbahn arbeitete und häufig versetzt wurde. Das änderte sich auch nicht, als er später bei der Deutschen Bahn arbeitete. Im April 1946 kam die zweite Tochter, Waltraut, zur Welt.

Sesshaft wurde die Familie erst Jahre später, als sie ein Haus in Plettenberg im Sauerland baute. 1983 zog das Ehepaar wegen der Erkrankung des Gatten zur ältesten Tochter nach Langenfeld im Rheinland, dort pflegte Edeltraut Look ihren Mann bis er 1992 starb. Nachdem auch ihre älteste Tochter gestorben war, kam die Jubilarin 2007 nach Groß-Zimmern, wo sie bis heute bei ihrer Tochter Waltraud Schmidl lebt.

„Mir haben viele Dinge in meinem Leben Spaß gemacht. Vor allem meine beiden Mädchen.“ Auch im Garten hat sie gerne gearbeitet. „Wenn ich einmal mit der Gartenarbeit angefangen hatte, kam ich nicht mehr weg, es ist so schön, wenn alles blüht.“ In Urlaub fuhren die Looks nicht oft, erst in späteren Jahren wurde die Seniorin reiselustig, besuchte zweimal ihre Kusine in Kanada.

Wegen der Krankheit ihres Mannes machte sie noch mit 59 Jahren ihren Führerschein, um mobiler zu sein. Die moderne Technik schreckt sie auch heute nicht. Gerne schreibt und gestaltet sie am Computer Glückwünsche für Freunde oder Familienangehörige.

„Ich bekomme viel Post, weil ich auch viel schreibe“, erzählt sie begeistert. In Groß-Zimmern kennt sie allerdings nicht sehr viele Menschen. Weil ihr oft die Füße wehtun, kommt sie kaum aus dem Haus. Wegen ihres neuapostolischen Glaubens besucht sie regelmäßig die Kirche in Dieburg.

„An Heiligabend feiern wir im kleinen Rahmen“, sagt die Jubilarin. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kommt dann die Familie zum Feiern nach Groß-Zimmern, darunter auch die drei Enkelkinder und fünf Urenkel.

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