Edle Lounge für 2013

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Die Band Sound-Check spielte Coversongs in englischer und deutscher Sprache.

Groß-Zimmern - Sind wir jetzt irgendwo in Frankfurt oder doch in Groß-Zimmern? Das fragte sich jeder, der die Metamorphose der Mehrzweckhalle zur Silvesterlounge am letzten Tag des Jahres zum ersten Mal erlebte. Von Michael Just

Der riesige Sitzbereich lud zum Versinken ein, die kreisrunde, LED-beleuchtete Bar schien einem angesagten Szene-Club aus einer Metropole entliehen und über dem Gesamtkonzept lag der Eindruck, als habe sich hier ein Designer verwirklicht.

Wer stilvoll ins neue Jahr rutschen wollte, war bei der Silvester-Lounge in der Mehrzweckhalle goldrichtig aufgehoben. Zum dritten Mal hatten die Organisatoren einen Traum in weiß verwirklicht. Kein Wunder, dass Abendgarderobe ausdrücklich erwünscht war, denn alles andere hätte hier nicht so recht gepasst. So hatten vor allem die Damen die Möglichkeit, das kleine Schwarze zu tragen, wozu es für Normalsterbliche ja sonst eher nicht so viele Möglichkeiten gibt. Die Live-Band „Sound Check“ rundete das stimmige Konzept ab.

Alles ehrenamtlich

Bei der ersten Lounge lag die Organisation in den Händen eines Kerbborschte-Jahrgangs. Dann kam die IG-Silvesterlounge und diesmal stand das Gremium der Ortsvereine dahinter. Der harte Kern der Macher im Hintergrund hat sich dabei - unter anderem mit Thomas Beutel und Frank Bremer, dem Vorsitzenden des Vereinsgremiums – nicht verändert. „Wir machen das alle ehrenamtlich. Deshalb wurde im letzten Jahr mal pausiert. Jetzt sind wir umso gespannter auf die Resonanz“, sagte Bremer kurz nach der Öffnung der Tore.

Der Zuspruch konnte sich mit mehr als 500 Gästen sehen lassen, auch wenn durchaus noch weitere 100 Menschen in die Lounge reingepasst hätten. Das Alter war von 18 bis über 60 ansprechend gemischt.

„Wir brauchen kein Auto oder Taxi. Später können wir heimlaufen“, begründen Vanessa (19) und Theresa (20) ihre Entscheidung hierher zu kommen. Dabei nippen sie an einem Martini und einem Wodka-Maracuja. Die Alternative hätte für die beiden jungen Frauen in Frankfurt in einer Disco gelegen.

Bei der Musik hoffen sie auf einen Mix, bei dem auch ein bisschen Hip-Hop nicht vergessen wird. In erster Linie wünschen sie sich aber einen tollen Abend. Denn den hatten sie im letzten Jahr in Darmstadt in der Centralstation nicht: „Da waren wir schon um drei Uhr wieder zu Hause. Heute wird es hoffentlich später“, sagen sie.

Mehr Unterstützung

„Ich fand die Lounge vor zwei Jahren schon klasse“, führt Thomas Keller (52) an. Für den Betriebsleiter und seine Partnerin wäre es alternativ in ein Hotel gegangen oder man hätte Freunde eingeladen. „Da ist die Lounge besser. Preisniveau und Ambiente sind super“, sagt er. Froh ist er auch, dass er nicht nach Dieburg muss. Da sei die Römerhalle 2011 ein Flop gewesen: „Jeder hat um die kleine Anzahl von Stehtischen gekämpft“, blickt Keller zurück. Mit seinem Kommen will er auch den Organisatoren Rückenwind geben: „Ich finde es toll, wenn sich jemand für eine solche Veranstaltung findet und engagiert.“

Wie Frank Bremer sagt, hätte sich das Ortsgremium für die Lounge von den Vereinen doch ein bisschen mehr Unterstützung gewünscht: „Wir haben alle angeschrieben und nicht nur zur Lounge eingeladen, sondern auch gebeten, ein wenig beim Auf- und Abbau zu helfen.“ Trotz des Gesuchs sei der Vorstand weitestgehend unter sich geblieben. Laut Bremer ist die Lounge kein Event, das sich finanziell lohnt - auch für seine Firma nicht, die die Veranstaltungstechnik liefert.

Entgegen anderer Meinung erweise sich seine finanzielle Aufwandsentschädigung als gering. In erster Linie sei es das Ziel, einen kleinen Gewinn für das Ortsgremium herauszuholen, der widerum in die Verbesserung des Jahrmarkts der Vereine wandert. Und noch ein anderer Grund steht beim Orga-Team für die Mühen ganz oben an, der sicherlich der ehrenwerteste von allen ist: „Mit der Silvester-Lounge wollen wir vor allem etwas für Groß-Zimmern bieten.“

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