130 Deutsche Schäferhunde bei Zucht- und Nachwuchsschau

Edle Rasse auf dem Rasen

Hochmotiviert und mit Begeisterung präsentieren sich Hunde und Züchter. Foto: Friedrich

Groß-Zimmern - „Zita!“, „Sydney, Gassi“ laute Rufe schallen über den Außenplatz. Gummibälle quietschen, Kochlöffel werden auf Futternäpfe geschlagen. Von Ursula Friedrich

Grund für den vermeintlichen „Aufruhr“ auf dem Hundeplatz des Vereins für Deutsche Schäferhunde Groß-Zimmern „Mitte“ist am Sonntag die Zucht- und Nachwuchsschau. Züchter und Hundehalter bemühen sich mit eigenwilligen Mitteln, ihre Vierbeiner vor den Augen der Wertungsrichter in Bestform zu präsentieren.

130 Schäferhunde, vom neun Monate alten Junghund bis zum erwachsenen Gebrauchshund, werden nach den Rassestandards kritisch bewertet. Gute Bewegungen und Kondition, daneben die typischen Rassemerkmale im Exteriuer müssen die Vierbeiner vorweisen, um ein „sehr gut“ oder gar „vorzüglich“ zu erhalten – und damit die Freigabe für eine eigene Nachzucht. „Für viele Züchter ist es Ziel, zur Hauptzuchtschau nach Nürnberg zu reisen“, erläutert Helga Sachs, Vorsitzende der Ortsgruppe. Da sie mit der Ausrichtung der Traditionsveranstaltung voll beschäftigt sind, stellen die Gastgeber diesmal keine eigenen Hunde vor. Die Zimmerner Zuchtschau wird bereits seit rund einem halben Jahrhundert veranstaltet. Da die Schäferhundfreunde mit guter Organisation und Bewirtung punkten, sind stets viele Teilnehmer am Start. Selbst Züchter aus Italien und Frankreich reisten an, um hier mit ihren Tieren Erfolge zu holen.

Wer sich diesem Hobby rund um den Schäferhund verschreibt, darf keine Mühen und Anstrengungen scheuen. „Die Hundezucht ist sehr zeitaufwendig“, sagt Sachs. „Viele Leute können heute aus Zeitgründen nicht einmal mehr einen Hund halten.“

Fünf Züchter zählt der Verein, sieben bis acht Mitglieder stellen ihre Hunde regelmäßig auf Schauen vor. Eine andere Sparte im Hundesport ist die Leistungsförderung des Schäferhunds. Wolfgang Pistner hat sich mit seinem dreieinhalbjährigen Quooper von den Wölfen dieser Disziplin verschrieben.

Mit täglichem Zeitaufwand schult er seinen Rüden in Fährtenarbeit, Schutzdienst und Unterordnung. Manchmal mache er auch „Blödsinn“, so der Hundehalter, der Quooper auch Rückwärtsrichten und Männchen machen beibringt. Die Crux sei, den Schäferhund zu motivieren, begeistert mitzuarbeiten. Quooper hat dies – auch vor den Wertungsrichtern - sehr gut gemacht. Bei der Qualifikationswertung für den Sieben-Länder-Wettkampf wurde er sechster. In Klein-Zimmern wird er ebenfalls sechster.

Unter den 60 besten deutschen Rüden landete er schließlich beim Bundes FCI auf Rang 26. Beim Landesgruppenentscheid am 20. August in Frankfurt will Wolfgang Pistner nun die letzte Hürde nehmen: Die Qualifikation zur Bundessiegerprüfung.

Nicht jeder Vereinsaktive ist so ambitioniert. Viele Hundehalten kommen ganz ohne Wettkampfambitionen zum Training auf den Hundeplatz – grundsätzlich sind Hunde aller Rassen willkommen. „Es gibt viele schöne Tiere, aber ich würde mich immer wieder für einen Schäferhund entscheiden“, meint Sachs. „Keine andere Rasse hat so vielfältige Eigenschaften“, ergänzt Pistner.

Schäferhunde retten Menschen, finden Rauschgift, sind Polizisten, Sprengstoffexperten oder einfach treue und beliebte Familienhunde.

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